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zurückzuweiſen oder etwas Anderes als die größte Dankbarkeit und Zufriedenheit zu zeigen.
Als am Abend die Thüren geſchloſſen wurden, ſank Marie Luiſe, welche ihre bittern Gefühle nicht länger zurückzuhalten vermochte, an die Bruſt ihrer Mutter und verbarg das Geſicht an ihrer Schulter.
„Ja, ja, mein Kind,“ ſagte die gute Mutter, indem ſie die Stirne der Tochter aufhob, die vor Schaam glühte,„das hatteſt Du noch durchzumachen! Aber mit dieſem Tag, das wag, ich zu prophezeihen, wird Dein Unglück aufhören. Die Stadtbewohner ha⸗ ben ſich im Ganzen weit beſſer benommen, als ich je zu träumen wagte, und dafür haben wir nur des Nathsherren, den vortrefflichen Menſchen, zu danken, unſern wahren Freunden, die ſo gut für uns ſorgten.“
„Ja, bei dieſen iſt es Menſchenliebe und wahre Theilnahme,“ ſagte Marie Luiſe,„und deßhalb thut es dem Herzen wohl, die Beweiſe ihrer Gefühle ent⸗ gegenzunehmen; aber, Mama, das fleckige, alte Bom⸗ baſſin⸗Kleid der Bürgermeiſterin tragen zu müſſen—
„Mein liebſtes Kind— willſt Du, die den Schlag des ſchwerſten Unglücks gefühlt hat, vor Mückenſtichen zurückweichen! Erinnere Dich, wie gut Alles das ge⸗ meint iſt, wenn man auch denken könnte, daß ein fei⸗ neres Zartgefühl den Werth der guten Abſicht erhöht haben würde. Ich kann nicht glauben, daß Du die⸗ ſer Kleinigkeit irgend einen Einfluß auf Dich vergönnſt! Waſche das Kleid und ſtelle es ſo ſchnell wie möglich her— Du mußt, um den alten Neid recht zu be⸗ ſänftigen und Demuth zu zeigen, das Kleid anziehen, wenn Du zur Bürgermeiſterin gehſt.“
Und ſo geſchah es.
Marie Luiſe fand zwar die Buße hart, aber ſie unterwarf ſich derſelben dennoch und nie lächelte die Bürgermeiſterin ſüßer, als da ſie Marie Luiſe im Arme haltend, dieſe im Zimmer herum ſchwenkte und
ſagte:„Mein Gott! wie artig das Frauchen iſt, daß
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