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Die Erkerstübchen : eine Erzählung : vier Theile / von Emilie Flygare-Carlén
Entstehung
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weſen, wenn ſie ihn an Jemand verkauft hätte, für den es ſich beſſer geziemt haben würde.“

In dieſem Augenblicke kam Marie Luiſe, ſchön wie Hebe ſelbſt. Und mit den Spitzen des reichge⸗ ſtickten Schleiers ſpielend, der über ihre Schultern ge⸗ worfen war, und über das beneidete Kleid herabfiel, näherte ſie ſich den Damen, auf deren Lippen ihr Name eben geſchwebt hatte. Unwillkührlich rückte die junge Frau bei Seite, und die kleine artige Mamſell T. war ſo gut, ihren Platz zu verlaſſen.

„Liebes Fräulein Marie Luiſe, welch' ein ſüßer Roſenduft weht aus den Blumen in Ihren Flechten,“ ſagte die Pfarrerin mit ſanfter und einſchmeichelnder Stimme.„Woher haben Sie die ſchöne Roſe und die lieblichen Geranien? Wir ſind ja mitten im Winter.“

„Ja— bin ich nicht beneidenswerth!“ antwortete Marie Luiſe mit ſtrahlenden Blicken.„Ich habe unſe⸗ rer guten Wirthin, der Rathsherrin Utter, für dieſe Artigkeit zu danken.“

„Aber das Bouquet im Gürtel,“ fuhr die Frau fort,„iſt doch noch ſchöner! Sehen Sie, Mamſell T., das iſt gerade ein ſolcher Goldlack, wie wir eben einen im Zimmer des Ingenieurs bewunderten— er iſt wirklich zu hübſch.“

„Das denke ich auch, er mag gewachſen ſein, wo er will,“ entgegnete Marie Luiſe kalt, worauf ſie ſich mit ein Paar herzlichen Worten an ihre andere Nach⸗ barin wandte.

William, der es auf ſich genommen hatte, dem Onkel in der Wirthſchaft zu helfen, kam jetzt in den Saal, und da er Marie Luiſe ſogleich bemerkte, welche die Rathsherrin ſelbſt von der andern Treppe her⸗ führie, ſo war der Eindruck, den ſie heute auf ihn machte, ſo ſtark, daß es ihm ſchwer wurde, denſelben hinter den Formen des Gebrauchs und den Zwang der Höflichkeit zu verbergen. Außer Stands, ſie ſo⸗ gleich anzureden, verbeugte er ſich nur aus der Ent⸗