Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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keine Menſchenſeele, der er alles Neue anvertrauen konnte, das ihn drückte. Mit dieſemNeuen meinte er die Empfin⸗ dungen ſeines Herzens, welche täglich zahlreicher und ſtärker wurden, ſo oft er den Smedklefven auf und nieder ging und aus Mangel an Selbſtvertrauen nicht wagte, in das kleine rothgemalte Häuschen hineinzugehen.

Deshalb gerieth der arme Rittmeiſter in deſto größeres Entzücken, als er nach gewiſſer Zeit ſeine vertraute und ge⸗ ſchätzte Freundin wieder ſah. Er war gerade in beſter Fahrt, ſeine Liebesgeſchichte in allen Details zu erzählen, in die er unzählige Klagen über den unerhörten und unglaublichen Un⸗ fug hineinmiſchte, den dieMalmelinin ſich während der Zeit in der Bereitung der Speiſen hatte zu Schulden kommen laſſen als er plötzlich von einem Beſuch unterbrochen wurde. Dieſer Beſuch war kein anderer, als die holde Carolina.

Es iſt wahrſcheinlich, daß der Rittmeiſter dies intereſſante Ereigniß für einen glückverheißenden Wink hielt, den er nicht unbenutzt laſſen durfte. Ob er noch an demſelben Abend um den Gegenſtand ſeiner Liebe warb, kann ich nicht beſtimmen,

aber es dauerte nicht lange, ſo verließ der umherirrende Fremd⸗

ling, der nur in dietolle Stadt gekommen war, um eine Diverſion für ſeine Nerven zu ſuchen, dieſelbe für immer an der Seite einer innig geliebten Frau.

Die Neuvermählten ſchlugen ihre Wohnung auf einem Landgute in der Nähe von Gothenburg auf, und ihre Ehe war eine jener glücklichen Verbindungen, wo die Macht und der Werth der Frau ſich in ihrem rechten Lichte zeigt. Der Rittmeiſter hatte lange nach einem Hafen geſucht, aber er wußte es mit aufrichtiger Dankbarkeit anzuerkennen, daß er endlich in dem beſten vor Anker gegangen war. Seine Ex⸗ perimente ſetzte er noch längere Zeit fort; aber ſie waren ſo unſchuldiger Art, daß ſeine Frau nur freundlich dazu lächeln konnte.