Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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ſich mit der liebenswürdigſten Ungezwungenheit in alle Ver⸗ hältniſſe hinein zu finden.“

„Dieſe Worte ſind ebenſo ſchmeichelhaft für Sie, wie für mich, Herr Rittmeiſter!“ entgegnete meine Mutter mit heiterer Miene.„Denn wer eine Perſon nach der Bekanntſchaft von wenigen Minuten ſo gründlich beurtheilen kann, muß ſich ſeiner Unfehlbarkeit in dieſer Gabe bewußt ſein.“

„Charmant! Und ſehr wahr geſprochen— Dieſe Aufrich⸗ tigkeit— welche im Munde einer Dame keineswegs dreiſt genannt werden darf— hat mich ganz und gar bezaubert. Ja, Madame, ich verlaſſe mich ſo ziemlich auf mein Ur⸗ theil, und ich kann nicht ſagen, daß es mich ſo ſehr oft betro⸗ gen hat.— Um nun aber dem eigentlichen Hauptpuncte: der Urſache meines Hierſeins näher zu rücken— nun die Combina⸗ tion liegt auf der Hand— ich bin feſt davon überzeugt, daß Sie ſchon Alles errathen haben.“

„Wenn dies wirklich der Fall wäre, Herr Rittmeiſter, ſo fürchte ich—“

„Pardon, beſte Frau, um Ihrer eigenen guten Eigenſchaf⸗ ten willen! Ich will mich meiner Unfehlbarkeit als Phyſiognomiſt begeben, wenn ich darauf ſchwören kann, daß Sie ſich niemals fürchten.“

„Aber Herr Rittmeiſter, Sie wiſſen ja nicht——“

„Brauche ich mehr zu wiſſen, als daß dies Haus das einzige in der ganzen Stadt iſt, welches mir gefällt?— Wenn ich ſo unglücklich bin, von hier ausgewieſen zu werden, ſo bleibt mir nichts anderes übrig, als meine Sachen zu packen und mich wieder auf die Landſtraße zu legen.“

„Sie wiſſen ja aber gar nicht, ob Ihnen hier wirklich alles zuſagt. Denken Sie ſich nur den großen Hausſtand, geradeüber der Kaufladen mit dazu gehörender Unruhe; an einem Ende des oberen Stockwerks die Schulſtube der lärmenden Kna⸗ ben; dabei ein unaufhörliches Hin⸗ und Herrennen von frem⸗

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