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„O, Juanna, ſchwöre doch nicht im Namen der verräthe⸗ riſchen Wogen! Das iſt eine ſchlechte Vorbedeutung. Warum wählteſt Du nicht lieber den unerſchütterlichen Felſen, der ſich von der Welle liebkoſen und geißeln läßt?“
„Der Felſen iſt hart, aber die Welle weich. Du biſt der Fels und ich die Welle, die immer und immer wieder⸗ kehrt.— Ach, Lauritz, glaube feſt an die, die nichts ſowohl verſteht als die Schläge ihres eigenen Herzens, welches nur für den Undankbarſten der Männer klopft!“
„Juanna, Du am Tage meine Sonne, mein glänzender Stern in der Nacht, wenn ich mich während der Woche am Bord meines Fahrzeuges in die heimathliche Welt zurück⸗ träume, kannſt Du vergeben und meine Thorheit vergeſſen? Nachdem Du Deine Mutter verloren haſt, ſollteſt Du billiger⸗ weiſe die zarte Sorgfalt, deren Dein Herz ſo ſehr bedarf, in dem künftigen Gatten wiederfinden; aber es iſt ein Unglück, daß mein Herz, obgleich bei Gott! ſo warm und redlich, doch ſo wenig Sympathie für das Weiche und Milde hat, was doch dem Menſchen ſo natürlich iſt. Vielleicht— ich fühle dies bisweilen mit wahrer Angſt— bin ich nicht der Mann, der den ihm anvertrauten Schatz mit hinreichender, gewiſſen⸗ hafter Zartheit zu beſchützen weiß. Ich liebe Dich ſo unend⸗ lich, daß ich mein Leben zehnmal laſſen möchte, könnte ich nur den Ton treffen, den Du— ich fühle es— vergebens in meinem Herzen ſuchſt.“
„Sag' nicht, daß ich vergebens ſuche— ſage mir lieber aufrichtig, warum Du jetzt ſo viel mißtrauiſcher biſt als zu Anfang unſrer Verlobung?“
„Erſtens, meine Juanna, weil ich das Grauen und die Unruhe nicht überwältigen kann, die das lange Trauerjahr von dem noch vier Jahrhunderte, das heißt Monate zurückzulegen ſind, durch das Hinausſchieben unſrer Vereinigung veranlaßt hat, und zweitens, weil ſich in Deiner Nähe zwei Perſonen


