Teil eines Werkes 
2. Theil (1862)
Entstehung
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Das Feſt, von welchem wir hier reden, hatte ſeinen Höhe⸗ punkt erreicht.

Jörgen Kon hatte alle Tänze mit ſeiner, ihm ſeit weni⸗ gen Stunden verlobten Braut getanzt, welche in ihrem tief⸗ blauen Camelotmieder und dem weißgeblümten Rocke mit einem kürzeren von dem Stoffe des Mieders darüber, ſo bübſch und ſtattlich ausſah, daß Jörgen Kon allgemeinen und heftigen Neid erregte. Heute durfte es jedoch Niemand wagen, Frau Guri mit be⸗ wundernden Augen anzuſchauen, denn Kon's Augen ſprühten ſolche Flammen, daß der Email zu brennen ſchien, und keiner es für rathſam hielt, den Liebesrauſch in den der Wuth zu verwandeln.

Komm hinaus auf den Felſen, Du Liebe! ich ſehne mich, Dein Bild im Waſſerſpiegel zu ſchauen, ſagte der Bräutigam. Und ſie gingen beide hinaus und ſpiegelten ſich in der Fluth.

Du biſt auch hübſch, Jörgen! ſagte Guri um ſich für ſeine Artigkeiten dankbar zu zeigen.Aber Du erinnerſt mich an jene geheimnißvollen Räuberhäuptlinge, von denen man in den Märchenbüchern lieſt.

Und Du biſt der bezauberten Prinzeſſin im Liede ähn⸗ lich; und noch ähnlicher wirſt Du ihr, wenn Du Dir erſt neue Kleider aus dem rothen Seidenzeuge genäht haſt, das ich habe, und wenn Du meine dreidoppelte Goldkette und meine Rubinen⸗ ſchnallen trägſt. Dazu will ich Dir drei Zoll lange Ohrringe mit diamantenen Glöckchen machen laſſen und ein doppeltes goldenes Herz, das auf Deiner Bruſt glänzen ſoll, ſo daß Du nicht Deines Gleichen haſt. Jörgen Kon's Frau muß, wie er ſelbſt, über alle ſeine Collegen hervorragen. Schau, wie mir alle Burſchen aus dem Wege gehen, welche einen Blick auf Dich verloren haben. Meine Hand fällt wie Blei, wenn ſie im Fauſtkampfe niederfällt.

Daran zweifelt Niemand, und am wenigſten ich; heut⸗ Abend darfſt Du aber keine Proben davon ablegen, wenn wir hier am Orte unſere Beluſtigung haben, muß alles anſtändig

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