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„O weh, Frau Guri, ich ſehe ſchon im Geiſte, wenn Sie von dem großen Wallfiſche verſchlungen werden!“
Guri that, als höre ſie nicht, was man ſprach; ſie be⸗ gann zu arbeiten und allerlei beängſtigende Gedanken über jene Zeit, wo ſie alt und nicht mehr im Stande ſein würde, ſich Andren nützlich zu machen, quälten ihr Inneres.
Ein andermal unterbrach Herr Dittmer ihre Grübeleien über ein armſeliges und einſames Alter auf ſeine ernſte Weiſe. Er fand jedoch nicht mehr Gehör, als ſein Gefährte.
Als aber der Principal bei ſeiner nächſten Ankunſt offen ſeinen Wunſch erklärte, Frau Guri möge nicht ſolch' unver⸗ zeihliche Thorheit begehen, führte die junge Wittwe, den Zipfel ihrer Schürze an die glänzenden Augen und meinte: ſie müſſe einen Feind haben, der ſie ſo beim Herrn Patron zu verläumden wiſſe.
„Ihr ärgſter Feind ſind ſie ſelbſt, Frau Guri. Bedenken Sie blos, wie toll der Menſch lebte, bevor es ihm einfiel, ſeine Schlinge nach einer Frau auszuwerfen, welche ihr Herz bis dahin ſo heilig gehalten hatte.“
Guri wurde blutroth; jeder Andre, der es gewagt hätte, ihren Namen mit dem was früher geſchehen, in Verbindung zu bringen, würde mit Worten und Gebehrden von ihr zu Bo⸗ den geſchmettert worden ſein.
„Herr Patron— wenn Sie mit meinem Dienſte nicht länger zufrieden ſind—“ „Dummes Geſchwätz, Frau Guri—— diesmal wollen
wir nicht weiter von der Sache reden. Laſſen Sie mich ſehen, daß Sie, wenn ich das nächſte Mal wiederkomme, vernünftiger ſind— ich bleibe diesmal nur einige Tage fort.“
Als er aber das„nächſte Mal“ eintraf, hatte die Sache ſich ſoweit entwickelt und Jörgen ſo bedeutende Fortſchritte in der Gunſt der bethörten Guri gemacht, daß ſie ihm Einwilligung da⸗ zu gegeben, daß Kon bei dem Patron um ſie werbe, welcher ſodann die Hochzeit beſtehen könne.


