IV.
Die Schweſtern.
Im Schlafzimmer der Frau Apothekerin Majken Falk ſaßen die beiden Schweſtern am Mittſommermorgen in traulichem
Zwiegeſpräch beiſammen.
Die junge Frau, eine zarte, bleiche Erſcheinung, hatte ihr Erſtgeborenes ſo eben in den Schlaf geſungen, und wäh⸗ rend der Fuß die Wiege in leiſer Bewegung erhielt, falteten die ſchlanken Finger eine Halskrauſe, womit ſie ſich am Abend zu ſchmücken beabſichtigte.
„Nun, Margreta, haſt Du gar nichts zu thun? Wenn das Picknick auf Starö auch keinen Vergleich mit dem geſtrigen Feſte aushalten kann, ſo
„Ich bin fertig— Du weißt, ich habe nicht viel in Ordnung zu bringen.“
„Leider— und dennoch kenne ich viele Frauen, die zehnmal ſo viel haben als Du, und ſich doch nicht halb ſo gut zu kleiden verſtehen— Du haſt den beſten Geſchmack.... ach, Du haſt Alles: Geſundheit“— hier ſeufzte die junge Frau—„Schönheit“... wieder ein Seufzer...„und die Huldigung Aller; ſogar... ja, ſogar mein Mann hat Augen


