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Binnen sechs Wochen : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwedischen übers. von G. Fink
Entstehung
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Bei dieſen Worten glitt die erſte Röthe, welche Victor bei Bertha hatte hervorrufen können, über ihre Wangen. Aber ſie antwortete nicht.

Der Rektor, der am nächſten Fenſter neben Hilda ſtand, die ruhig ihre Sticknadel handhabte, flüſterte halb⸗ laut:

Schau nur meinen Bruder an, wie er jetzt aus⸗ ſieht.

Wie eine bochglühende Päonie, die zu den klei⸗ nen Blumen zu ſagen ſcheint: Schaut mich an kann ich nicht mit mir ſelbſt zufrieden ſein?

Ganz richtig... aber morgen um dieſe Zeit wird Jemand, der die Blumenſprache ſo gut verſteht, wie Du, die Päonie flüſtern hören: Schaut mich nicht an ein Froſtwind hat meinen Schmuck beſchädigt: meine Blätter hängen nieder.

Für dieſe ſchöne Phraſe hatte der Rektor ein Lä⸗ cheln erwartet. Aber es wurde blos ein gedankenvolles Hem!

Alle Weiber ſind undankbar, dachte er,ſo lange ſie merken, daß man nach ihnen ſtrebt... Nun genau ge⸗ nommen iſt das nicht ſo unbillig. Es kommt eine andere Zeit, da iſt es die ſinnehmende Hausfrau, die ſich für die geringſte Aufmerkſamkeit des Gatten dankbar zeigt, und wenn er freundlich ihre Wange kost und ſagt: wie ſchön Du heute biſt, mein Kind, dann weiß ſie kaum, ob die Erde ſie trägt. Schöne Zeit die Ehe iſt wahr⸗ haftig der Himmel in Miniatur⸗....

In demſelben Augenblick dachte Bertha:

Sollte mein geſchätzter Vetter ſich abſichtlich auf die Aſtronomie geworfen haben? Es lag etwas zu⸗

gleich Kühnes und Schmachtendes in ſeinem Ton. In⸗ zwiſchen iſt meine Neugierde gereizt... aber Gott ſei Dank, weiter nichts!