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„Ich finde heute nach langem Suchen keine Anrede paſſender oder unſerer beiderſeitigen Stellung entſpre⸗ chender.
Es iſt ein ſtolzer Mann, der ſich vor dem Weib demüthigt, welches allein das Recht beſitzt, ſeine Schwach⸗ heit zu verachten, ſie zu verurtheilen und mit verdienter Strenge oder göttlicher Milde zu behandeln.
Hilda, hochſinnige, edle Hilda, eine Reihenfolge von Monaten, die reicher an verſäumten als an er⸗ füllten Pflichten waren, hat Dir ſchon lange geſagt, daß mein Herz... was ſoll ich Dir ſagen?
Die Wahrheit iſt ſo unſanft— nur ſtöhnend kann ich damit herausrücken, und gleichwohl würde ich, wenn nicht dieſe Wahrheit als eine leitende unzerſtörbare Ge⸗ wißheit vorhanden wäre, durchaus keine Entſchuldigung beſitzen.
Nun wohl, ich muß dieſen grauſamen Muth ha⸗ ben— um unſerer beiderſeitigen Wohlfarth willen muß ich ihn haben.
Hilda— ich habe niemals mehr als ein Weib geliebt, und ich kann niemals eine andere lieben als ſie.
Sieh hier die Veranlaſſung, warum ich unter ſol⸗ chen Verhältniſſen ein neues Band knüpfte, nachdem das erſte, wie ich Dir längſt erzählt habe, zerriſſen war.
Etwa zwei Jahre waren verfloſſen von dem Tage an, wo ich meine Hoffnung auf Seligkeit erlöſchen ſah.
Ich war juſt an denſelben Badort gekommen, wo Du Dich jetzt aufhältſt. Ich war ohne Zweck gekommen. Zwei⸗ jähriges Leiden konnte einen ſolchen Schmerz nicht heilen.
Inzwiſchen fand ſich doch im Schmerz ſelbſt ein Funke von Freude, und vielleicht war es dieſer, der mich aufrecht erhielt, wenn die Verzweiflung mich über⸗ wältigen wollte.
Ich hatte von meiner Mutter ein altes Familien⸗ kleinod erhalten, das ſie mir mit folgenden Worten in die Hand gab:
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