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ſchreiend hielt, ihre eigenen tiefen Kenntniſſe auch nur von fern beſtreiten zu wollen.
Wir nehmen alſo an, es ſei eine Woche ver⸗ ſtrichen.
Es iſt der Tag nach der Abreiſe des Majors.
Die Geſellſchaft ſaß beim Frühſtück.
Frau Gertrud Wallenberg präſidirte an einem Ende des Tiſches mit der Kaffekanne zu ihrer Rechten und einer rieſigen dicken Rahmmilch zur Linken.
Eine große altmodiſche Vaſe mit beinahe einer Hecke rother und weißer Roſen verhüllte vor ihr ein ſchö⸗ nes Bild, das ſie ſonſt ſich gegenüber hatte.
Aber die beiden jungen Herrn, die auf beiden Seiten der antiken Tiſchzierrath ihre Plätze hatten, ſie ſahen mit offenen⸗Augen alles Schöne, was ſich am Tiſche befand, und ſpielten jeder auf ſeiner Seite die Liebenswürdigen.
Das ſchönſte Bild in dem ſonnenhellen Zimmer waren natürlich die zwei Schweſtern.
Hilda und Bertha ſaßen neben einander.
Sie hatten eine ſtarke Aehnlichkeit und doch waren ſie ſich vollkommen ungleich.
Das ſchöne kaſtanienbraune Haar, die hyacinthen⸗ blauen Augen, die von Herzensreinheit ſtrahlten, die friſchen Lippen, das feine Geſichtsoval und die ſchlanke
HLaber volle Geſtalt, das Alles war wie in eine und die⸗
ſelbe Form gegoſſen. Aber die Miene, das Lächeln, der Blick, vor Allem die Art und Weiſe ſich zu halten, verrieth keine Geſchwiſterähnlichkeit.
Die zweiundzwanzigjährige Hilda, die bereis ins Leben geblickt und ſich mit einem Theil ſeiner dunkel⸗ ſten Seite vertraut gemacht hatte, zeigte die ganze Ruhe und den feſten Ernſt, der ebenſowenig von einer kränklichen Klage als von einem fröhlichen kindlichen Scherz weiß. Dieſer gelaſſene Ernſt iſt, wenn er ſich bei einem ſo jungen Weibe kund thut, der ſicherſte Beweis einer in


