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Binnen sechs Wochen : Novelle / von Emilie Flygare-Carlén. Aus dem Schwedischen übers. von G. Fink
Entstehung
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zuweilen ſeine Vortheile habe, entlehne den Brief von dem Boten. Iſt dieß Unrecht, ſo mögen Sie die Ver⸗ antwortung auf die neuen gefährlichen Lehren ſchieben und nicht auf mich: ich bin irre geführt, wie mancher Andere.

Nachdem ich jetzt meine Poſt gebührend bevor⸗ wortet, fahre ich mit mehr Faſſung fort.

Können Sie glauben, Madame, daß dieſer Brief auf den Knieen geſchrieben wird, nicht in figürlichem Sinne, ſondern in voller Wirklichkeit?

Ich erkläre feierlich, daß die Erde in gegenwärti⸗ ger Stunde keinen bußfertigeren Sünder beherbergt, als mich.

Ach, welche Pein Sie erzürnt zu haben! Dieſe Pein läßt ſich nur mit dem drückenden Gefühl ver⸗ gleichen, Ihre volle Ungnade, um nicht zu ſagen, Ihr väilleld— vielleicht gar Ihre Verachtung verdient zu haben.

Den Beſuch, den ich Ihnen zu machen mich er⸗ dreiſtete, und Alles was ich dabei ſprach, könnte ich jetzt für einen Fiebertraum zu halten mich verſucht fühlen, wenn nicht Ihr ſo ſtreng ausgeſprochenes Mißvergnügen mich gegen meinen Willen überzeugte, daß ich dieſe Thorheiten begangen habe.

Der einzige mögliche Ausweg, nicht um Sie zu verſöhnen, ſondern um Ihnen meine Exclamationen begreiflich zu machen, beſteht in der offenen Erklärung, daß ich manchmal einige Aehnlichkeit mit jenen unglück⸗ lichen Typen habe, die man Rappelköpfe nennt.

Ich habe es mir in meinen armen Kopf geſetzt, daß ich Thor vom Himmel zu Ihrem Tröſter auser⸗ ſehen ſei. Ich hätte mit den heiligſten Eiden be⸗ ſchwören können, daß ich Sie anbete, nicht als ein unerreichbares Ideal, ſondern als eine irdiſche Gott⸗ heit, die ich um jeden Preis gewinnen wollte.

Ach, Madame, das wenigſtens war ein Traum.

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