4⁰
haben mich vorzuſtellen, denn ich kann kaum glauben, daß Sie ſich ſeit geſtern einer Perſon erinnern, die Ihre Erinnerung ſo ganz und gar nicht verdient.“
„Ei, Herr Rektor, ich habe Ihr freundliches Ver⸗ ſprechen, mich mit Lektüre zu verſehen, durchaus nicht vergeſſen. Was mich dagegen in Verwunderung ſetzt, iſt, daß Sie ſich dem Beſuche Ihres Bruders fremd eigen.“
3 aWenm ſollte ich das nicht, wenn ich fragen darf?“
„Nun, weil er mit einem Auftrag von Ihnen hieher gekommen iſt.“
„Wie ſo, mit einem Auftrag von mir?“
„Ja, gewiß.“
„Das muß ſicherlich ein Mißverſtändniß ſein,“ antwortete der Rektor, deſſen Augenbrauen ſich leicht runzelten.
„Ganz und gar kein Mißverſtändniß: er ließ ſich ſogar unter Ihrem Namen anmelden.“
„Und das Geſchäft, das ich ihm aufgetragen habe, darf man darnach fragen?“
„Er kam nicht dazu, ſich deſſelben zu entledigen, weil, wie er andeutete, Ihr Eintritt dieß überflüſſig machte.“
„Ich weiß in Wahrheit nicht, meine Gnädigſte, wie ich die Dreiſtigkeit meines Bruders vor Ihnen entſchuldigen ſoll. Sie kann nur in dem, ich möchte faſt ſagen, kindlichen Leichtſinn ſeines Charakters eine Milderung finden. Es iſt nichts Böſes an ihm; er iſt ein guter Narr, weiter nichts.“
„Er iſt ſehr einnehmend,“ antwortete Mathilde ungekünſtelt,„und er hat nicht ein einziges verkleinern⸗ des Wort über Ihren Charakter geſagt.“
„Ich ſehe den ganzen Umfang des ſanften Vor⸗
wurfs, den Sie mir machen, ein, aber wenn es mich
auch in den Augen Solcher, die mich nicht kennen, 5
beutet ſelbſt
1 mir a geweſe
7/ auch dame, Sie u Biblio
Mal“ die ich
ſichtig Sie m Ihnen
komme Ihre


