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„Sie that um was ſie gebeten wurde. Als Re⸗ präſentant meines Bruders konnte ich mich unter keinem andern Namen anmelden als unter dem ſeinigen, da dieſer das Glück hat von Ihnen gekannt zu ſein, Ma⸗ dame! Mich ſelbſt kann ich als den Bezirksamtmann Wallenberg vorſtellen, Ihren alten Nachbar und gehor⸗ ſamſten Diener.“
Mathilde neigte mit ernſter Grazie ihr bezau⸗ beinne Köpfchen; darauf ſagte ſie, indem ſie ſelbſt Platz uahm: „Setzen Sie ſich, mein Herr, und theilen Sie mir Ihren Auftrag mit! ich habe blos über einige Augen⸗ blicke zu verfügen.“
„Einige Augenblicke,“ wiederholte Victor, nota bene in ſeinem Innern—„mögen alle guten Geiſter mir bei⸗ ſtehen, damit ich mich mit der ſchönen Priſe etwas ver⸗ traut machen kann, bevor Edwin herbeigeſegelt kommt und mich als Kaper verräth.“
Die Sache war ganz einfach die, daß der Bezirks⸗ amtmann einen gewaltigen Beruf in ſich verſpürte, gleich Jakob ſeinem Bruder Eſau den beſten Segen zu rauben, und deßhalb kam er jetzt, während der gute Rektor von einem ſolchen Streich ſich nichts träumen ließ, um ſich dieſes geſetzliche Recht zu verſchaffen, nämlich das Recht der jungen Wittwe einen Beſuch zu machen.
Keine Sekunde lang litt Victor Gewiſſensqualen. Er hielt dafür, daß in der Liebe wie im andern Krieg jede Art von Liſt erlaubt ſei.
Inzwiſchen braucht kaum geſagt zu werden, daß das ſtille Gebet in ſeinem Innern ſeine Lippen nicht verhinderte ſogleich ihr Geſchäft zu beginnen, das wahrlich nicht im Schweigen beſtand.
„Mein Auftrag... Ich werde ſogleich die Chre haben darauf zu kommen. Aber wenn ich es wagen
dürfte mir eine Gnade auszubitten, ſo wäre es die,
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