„Erſt einige Tage.“ „Ich kann wahrhaftig nicht daſſelbe ſagen, denn ich plage mich bereits einen ganzen Monat hier.“
„Ah, Sie ſind fremd?“
„Ja, Gott ſei Dank, das iſt noch ein Troſt!“
„Sie bewohnen die Gegend blos bis auf Wei⸗ teres?“
„Das heißt, ſo lange es mir gefällt. In einem ſolchen Grabesland bleibe ich wahrlich nicht lang. Es iſt ja hier, wie wenn Alles ausgeſtorben wäre.“
„Wenn ich es wagen dürfte mir eine ſolche Frei⸗ heit zu nehmen, ſo möchte ich fragen, mit wem ich die Ehre gehabt habe zuſammenzutreffen? Mein Name iſt Wallenberg, meine Mutter wohnt nicht weit von hier.“
„Ah, das iſt alſo der Bezirksamtmann,“ ſagte die Dame mit einem eigenthümlichen Nicken;„den Rektor habe ich bereits in der Kirche geſehen, obſchon ich glaube, daß ich nicht das Glück hatte ſeine Aufmerk⸗ ſamkeit zu erregen.“
„Das iſt wohl kaum möglich.“
„Ei, wirklich?“
„Inzwiſchen,“ erinnerte Victor, der ſogleich fand, daß Delicateſſe hier eher für einen Fehler als für eine Tugend angeſehen würde,„inzwiſchen hat es Ihnen noch nicht gefallen, mir eine Antwort auf die Frage zu ertheilen, die ich an Sie zu richten mich erdreiſtete.“
„Ah ſo, wer ich bin?— Nun ja ich bin die Ge⸗ ſellſchafterin und Kammerjungfer der Wittwe Bendel⸗
vik, die auf den Einfall gekommen iſt ihren Mann in der Abgeſchiedenheit zu beweinen.“
„Ah...“ Victor that ſich Einhalt.
„Sonſt heiße ich Sophie Tolander. Mamſell Tolander von Jönköping. Mein Vater iſt am Hof⸗ gericht.“
„Ich kann mich nicht erinnern dieſen Namen dort gehört zu haben.“
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