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Ich möchte gern der Mutter ein Stück nach Hauſe bringen.“
„Da ſieh her!“ Victor zog einen blanken Silber⸗ thaler hervor...„Wenn Du dieß Geldſtück da Deiner Mutter brächteſt!“
Die Augen des Jungen funkelten.
„Er braucht wahrlich nicht hungrig zu ſein, Herr!“
„Wenn ich die hübſche Gutsfrau treffe, will ich ihr doch ſagen, daß Du mir etwas angeboten haſt.“
„Will Er das?“
„Ganz gewiß... haſt Du dies Stück Brod heute bekommen?“
„Jetzt, vor einer kleinen Weile.“
„Du warſt alſo auf dem Gut?“
„Sie gieng hier vorbei.“
„Ah, ſie ging vorbei— und hat alſo umge⸗ kehrt?
„O nein, ſie hat nicht umgekehrt, ſie hatte noch viel in dem Korb, den ſie an ihrem Arme trug.“
Victor bebte vor Freude.
Sie mußte alſo zurückkommen, er ſollte ſie ganz in der Nähe zu ſehen bekommen. Er fühlte ſich ſehr verſucht noch einen Reichsthaler hervorzuziehen, obſchon ſeine Kaſſe gerade nicht zum beſten verſehen war.
Glücklicherweiſe dauerte die Verſuchung nicht lange. Der Junge hatte ſich bereits auf die Beine gemacht und eilte ganz geſchwind fort, um ſeiner Mutter zu zeigen, welchen Glückstag er gehabt hatte.———
Inzwiſchen mußte Victor einen Plan entwerfen, wie er die Dreiſtigkeit entſchuldigen ſollte, daß er ſich auf fremdem Grund und Boden betreten ließ.
Tauſend Entwürfe kreuzten ſich in ſeinem Kopf,
aber keiner war natürlich genug, um angenommen zu werden.


