Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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war ihnen ein angenehmes Zuſammentreffen; ſie faßten ſeine Arme und beſtürmten ihn mit Fragen über das Ständchen der verfloſſenen Nacht. Er gab zu, daß er daſſelbe ebenfalls gehört hatte, behauptete aber ganz ernſtlich, daß er auch nicht die geringſte Muthmaßung hege, wer der Sänger geweſen ſei. Julie bemerkte darauf, daß Emma den jungen Grafen Eduard für den Sänger halte; Emma erröthete; Richard lächelte und ſprach:—„Das heißt eine ſtarke Einbildungskraft haben; ich habe Eduard auch ſingen hören, aber ſeine Stimme hat mit der, welche wir heute Nacht hörten, auch nicht die geringſte Aehnlichkeit.“— Dann ſuchte er Emma zu überzeugen, daß Eduard unmöglich in Be ſein könne, weil man ſonſt durch das Gerücht davon gehört haben würde.

„Aber er könnte ja geſtern Abend ſpät angekommen ſeine — bemerkte Emma.

„Unmöglich, mein Fräulein, er hat heute und morgen die Wache auf dem Königlichen Schloſſe zu beziehen“— verſicherte der Lieutenant mit offener Miene.

Noch wußten Emma und Julie nicht, wie der Lieutenant und Fridolf ſich maskiren würden. Sie erfuhren es auch nicht. Aber zu ihrem größten Erſtaunen erfuhren ſie dagegen, daß auch der Inſpector, Frau Hilbert und Tante Gertrud an der Maskerade Theil nehmen würden, obwohl ſie anfangs ihre Theilnahme ſo beſtimmt verweigert hatten. Sie hatten ſich ſämmtlich Domino's und ſchwarze Masken angeſchafft; und obwohl Tante Gertrud unaufhörlich über die Thorheit brummte, die man durch die Theilnahme an einer Maskerade beging, ſo blieb ſie doch demungeachtet dabei, an derſelben Theil zu nehmen. Die Mädchen ſehnten ſich unbeſchreiblich nach dem Abend.

Ende des zweiten Theils.

Druck von C. G. Naumann in Leipzig.