Teil eines Werkes 
2. Theil (1856)
Entstehung
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Freuden des Lebens. Jenny ſchien ſich dagegen zu tröſten, nachdem ſie ihrer Mutter die Krankheit ihres Herzens anver⸗ traut hatte. Die verſtändige Pfarrerin hatte durch mütterliche Zärtlichkeit und freundliche Schonung ihre Tochter beruhigt und den Kummer derſelben— der bei ihrem zarten Alter nichts weiter als eine Kinderei war— zu zerſtreuen gewußt.

Emma erhielt einige Tage nach ihrer Geneſung einen Brief von der Hofgerichtsräthin und von Julie aus Strömſtad; Beide beklagten ſich über Emma's langes Schweigen. Allein Emma hatte Beiden einige Tage vorher geſchrieben und ihnen ihre Krankheit, ſowie die Veranlaſſung zu derſelben mitgetheilt; die Briefe mußten ſich jedenſalls unterwegs gekreuzt haben.

Julie's Brief war ſehr heiteren Inhalts. Sie hatte ihre Geſundheit und ihre gute Laune vollkommen wiedergewonnen und war dabei noch immer daſſelbe gute, ungekünſtelte, ſor⸗ genloſe Kind, das ſie bei Emma's Abſchied geweſen war. Unter andern ſchrieb ſie:

„Du kannſt Dir nicht vorſtellen, liebe Emma, wie ange⸗ „nehm ich hier lebe. Es iſt, als ob Alle wetteiferten, mich „heiter und glücklich zu machen. Die guten Menſchen! „Wie ſoll ich ihre Artigkeit und ihr Wohlwollen vergelten! „Anfangs erregte ich blos Mitleid; nun ich aber geſund „geworden bin, freuen ſich Alle darüber. Das Sonder⸗ „barſte iſt, daß man mir vom Morgen bis zum Abend vor⸗ „ſagt, ich ſei ſchön. Das kommt mir ungemein wunderlich „vor, denn dergleichen habe ich in Stockholm nie gehört. „Im Anfange kränkte ich mich darüber, denn ich glaubte, „man wolle mich verſpotten; aber allmählig habe ich mich „ſo ſehr daran gewöhnt, daß ich mich geſtern vor den „Spiegel ſtellte und mich ſelbſt fragte:—„„Bin ich denn „wirklich ſchön?“— Und, Gott weiß es, Emma, ich „fand mich gerade recht häßlich.

„Ferner muß ich Dir noch etwas mittheilen, was früher