Teil eines Werkes 
1. Theil (1856)
Entstehung
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möchte, bis ſie ſelbſt Einſicht und Urtheil genug haben würde, ſich einen Gatten zu wählen. Allein der Plan des Grafen war— wie wir bereits wiſſen— dahin gerichtet, das reiche Mündel nur mit ſeinem eigenen Sohn zu verbinden; aber er hütete ſich wohl, dieſen Plan bekannt zu machen, weil er fürch⸗ tete, daß man ihn in ſolchem Falle für eigennützig hal⸗ ten würde; er wollte vielmehr Louiſen nur Zeit laſſen, ihr Herz an Eduard zu feſſeln, damit ſie ſich dann nach eigner Wahl zu ſeinen Gunſten beſtimmen möchte. Unterdeſſen ſetzte jedoch der Baron ſeine Beſuche in B*⸗ fort, hielt ſich von

Zeit zu Zeit acht bis vierzehn Tage daſelbſt auf und unter⸗

ließ während dieſer Zeit nicht, ſich bei dem Fräulein ſoviel als möglich beliebt zu machen. Allein Louiſe war ſchon zu

ſehr für Eduard eingenommen, um für den Baron etwas

mehr, als Achtung, zu empfinden. Der Graf fürchtete, daß der Baron Ks wieder in ſei⸗

ner Heirathsangelegenheit nach B** gekommen ſei; denn da 3 hsangelegenh. g; 3

Fräulein Louiſe nun ihr ſiebzehntes Jahr erreicht hatte, ſo konnte ſie ſelbſt— wenn auch nicht über ihre Hand— doch. über ihr Herz verfügen. Der Graf beſchloß daher, noch an demſelben Tage mit ſeinem Sohn zu ſprechen, damit dieſer dem Baron zuvorkäme und Louiſe einen gültigen Grund er⸗ hielt, dem Letztern einen Korb zu geben.

So war der Sonntag wieder herangekommen. Emma ging mit ihrem Vater und Fridolf in die Kirche; aber Eduard war nicht darin. Er hatte mit ſeinen Eltern und deren Be⸗: ſuch eine für den ganzen Tag berechnete Luſtparthie unter⸗ nommen. Aus der Pfarre war ebenfalls Niemand in der Kirche, mit Ausnahme des Magiſters O, welcher predigte. Emma wunderte ſich.

Als das Mittagseſſen vorüber war, ſchlug Hilbert vor, den Kaffee in dem kleinen Luſthauſe im Garten zu trinke Emma wandte zwar ein, daß ſie in die Pfarre zu gehen be⸗