Teil eines Werkes 
1. Theil (1856)
Entstehung
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Mehrere Tage vergingen nun, ohne daß Emma mit der( Eduard, dem ſie ſorgfältig auswich, zuſammentraf. Sie ging aus nur ſelten aus, indem ſie vorſchützte, daß ſie ein Gewebe, gräfl welches ihr die Mutter als Lehrſtück übertragen hatte, ſchnell 2u ge vollenden müſſe; und unternahm ſie gelegentlich einen Spa⸗ glück ziergang, ſo war ſie von ihrem Vater begleitet. Die Mut⸗ gefall ter und Tante Gertrud nahmen ſich nie Zeit, ſpazieren zu ſchrer gehen. Ohre

Dieſe Sorgfalt, dem Grafen auszuweichen, entging dem⸗ nes( ſelben nicht; er fand ſie ſehr vernünftig, betrübte ſich aber zon nichts deſto weniger darüber. Er hatte ſich wohl ſchon meh⸗ reicht rere Male vorgenommen, Ber ſchnell zu verlaſſen; aber wie Mam ſollte er einen paſſenden und in den Augen ſeiner Eltern gül⸗ tag in tigen Vorwand dazu finden? Und woher ſollte er ſo viel Stärke nehmen, dieſen ſchwachen Vorſatz auszuführen und der a dieſe freiwillig erwählte Pflicht zu erfüllen?— Noch blieb er jedoch von einem Tage zum andern, noch ging er oft an Emma's Wage Fenſter vorüber, denn er ſehnte ſich, ſie zu ſehen. Aber ent⸗ K* weder erblickte er ſie gar nicht oder— wenn er ſie ſah— meldet ſo ſaß ſie bei ihrer Arbeit, ohne aufzublicken. Das Letztere D geſchah jedoch nur ſelten, denn ſie befand ſich meiſt in der ein u Webekammer. Niedergeſchlagen, mit geſenktem Kopf und mit Gewit gekreuzten Armen kehrte er dann von ſeiner Promenade im ſuchen Park zurück und wanderte in den Wald, wo er der Mamſell noch z Echo ſeinen Schmerz klagte. der kr

Eines Tages ſprach der alte Graf während der Mittags⸗ terhal mahlzeit zu ſeiner Gemahlin:—„Höre, liebe Ebba, warum liebens ſchickſt Du nie nach Mamſell Hilbert und läſſeſt ſie hierher hübſch

einladen? Es wurde ja beſtimmt, daß ſie kommen, Dir vor⸗ leſen und mir vorſpielen ſollte. Es wäre ergötzlich, wenn ſie einige Stunden hier zubrächte, denn ſie iſt ein herzinnig ſüße Mädchen.“— Die Gräfin erwiederte ihrem Gemahl, daß it gelegentlich nach Emma würde ſchicken laſſen. Hieraf