14 den,— ſetzte ſie hinzu—„und wie angenehm muß es für En Dich ſein, Deinen kleinen Haushalt zu ordnen, von dem Du Au früher ſo oft erzählt haſt. Ja, Du wirſt gewiß glücklich wer⸗ au den, wenn die erſte bittere Trennung vorüber iſt; aber mit Ir
mir Armen iſt es etwas ganz Anderes; ich muß hier in meinen einſamen Zimmer bleiben und ſeufzen und ſehnen und mi
jeder Minute an Dich erinnern!— Dabei begann die arme un Julie wieder bitterlich zu weinen. ſte
Emma umarmte ſie und verſprach, ihr an jedem Poſttage li zu ſchreiben, indem ſie ihr verſicherte, daß die zarte Sorgfalt fẽ
ihrer Eltern, der Umgang mit liebenswürdigen Freunden und 3 T die geräuſchvollen Zerſtrenungen der Hauptſtadt für Julien ſehr e be die Bitterkeit einer Trennung mildern würden, die ihr 5 etzt ſo ſchwer erſchien. t Beide Jungfrauen begaben ſich darauf zur Ruhe und ver⸗— ſanken trotz der ſo eben vergoſſenen Thränen bald in den ſüßen 1 chlaf der Unſchuld, der Geſundheit und des reinen Herzens. Der Grund zu Emma's Widerwillen gegen eine Verbin⸗ dung mit Fridolf Tyrell lag keineswegs in der Perſönlichkeit deſſelben, deren ſie ſich nicht weiter erinnerte, als daß er in 1 Ber und der Umgegend als ein ſehr ſchöner Jüngling bekannt 4 und bei Allen, die ihn kannten, beliebt geweſen war. Sie hatte alſo gar keinen Grund, ihn zu verabſcheuen oder zu verachten; und gerade das war es, was ſie am meiſten verdroß, denn ſie wünſchte einen triftigen Grund für ihre Weigerung zu finden. Der Aſſeſſor hatte ſich nicht geirrt. Emma hatte ſchon ſeit 6 lange in ihrem Herzen ein Ideal getragen, ein ſchönes Bild, eine lichte Erinnerung, die ihr beſtändig folgte und ſo mit ihrem ti anzen Weſen berſchmolzen war, daß es ihr unmöglich ſch hien,
Jahr vorher war ſie in Begleitung ihrer Tante und uſtne auf der Kunſtausſtellung gensſen Emma und


