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bewegt, da ich nach ſo langer Zeit ganz unvermuthet Dich getroffen habe, den ich in dieſem Leben nie mehr zu ſehen hoffte. Ich muß ja weinen, Paul— es geht mir ſo vieles Frohe und Traurige durch den Kopf... ja, laß mich ausweinen!“ Und Nora's Thränen ſtröm⸗ ten bei allen bitteren Erinnerungen, welche ſich den ganzen Tag in ihrem Kopfe gekreuzt hatten.
„Ach,“ dachte Paul, welcher vor Nora ſtand und den Blick auf ihrem ausdrucksvollen Geſicht feſt ruhen ließ,„jetzt iſt ſie ganz wie ein Engel des Lichts! Und doch iſt ſie diejenige, welche ich einſt ſpöttiſch von mir ſtieß, da ſie auf ihren Knieen um Gnade bettelte und zu werden gelobte, was ſie nachher geworden iſt. Nun und nimmermehr kann ſie vergeſſen, wie hart ich da⸗ mals war, und nie kann ſie mir von Herzen verzeihen — nein, das kann ſie gewiß nicht!“
Und mit Innigkeit bat Paul:„Weine nicht mehr, liebe Nora! Ich habe ja nicht halb ſo viel für Dich gethan, als ich geſollt hätte— Du biſt mir gewiß nichts ſchuldig.“
„Ja, Alles!“ fiel Nora ein und entfernte das Schnupftuch von den Augen, die klar zu werden be⸗ gannen.„Ich will Dir ſagen, Paul,“ fuhr ſie leiſer fort,„es war mein Glück— das glaube ich beſtimmt — daß Du nicht gewährteſt, was ich in meiner Un⸗ klugheit begehrte. Denn hätteſt Du das gethan, ſo weiß nur Gott allein, ob ich mich ſo hätte erheben und beſſern können, wie ich nun verſucht habe; ich bedurfte eines ſtarken Stoßes und dieſer iſt mir zum Nutzen geworden, ſowohl im Unglücke, als auch nun zuletzt im Glücke.“
„Aber,“ ſagte Paul, der gar nicht dazu kam, ſich nach Nora's kleiner Tochter zu erkundigen,„wie ging es zu, daß Du den Bengtsſon nicht nahmſt? Du warſt bei meinem letzten Abſchiede ſo feſt entſchloſſen, daß ich mir ſeitdem nie etwas anders vorgeſtellt habe, als Du wäreſt ſeine Frau.“
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