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hatte, kam jetzt, da die Schule aufhören mußte, auf eine Diät, die an eine Hungerkur gränzte.
Zu allem Glücke wurde Wärning endlich von ſei⸗ nen ſtillen, zehrenden Bekümmerniſſen befreit, über welche er zwar nie klagte, die er jedoch tief fühlte. Nachdem er für ſeinen Liebling warm gebetet, ihn ge⸗ ſegnet und mit einem ſanften Händedruck und einem ausdrucksvollen Blicke ſeiner Frau für die Treue und die Geduld gedankt hatte, womit ſie das wenig frohe Loos getheilt hatte, das er ihr zu bieten im Stande geweſen war, ging er zur Ruhe, und hinterließ die Zurückbleibenden in Unruhe.
Nachdem Mutter und Sohn mit heißen Thränen den einſamen Rosmarin, den ſie auf das Grab des Dahingeſchiedenen gepflanzt, begoſſen hatten, begannen ſie nachzudenken, was nun zu thun wäre. Paul's Ver⸗ ſtand berechtigte ihn ſchon in ſo jungem Alter— er war damals dreizehn Jahre alt— hierüber mit ſeiner Mutter zu Rathe zu gehen. Und endlich faßte man den Entſchluß, die Schule von neuem zu öffnen.
Das geſchah denn auch wirklich. Aber es wollte nicht recht in den Gang kommen. Paul war noch zu jung, um auch nur eine Idee von Reſpekt von ſeinen neulichen Kameraden erhalten zu können. Und wenn ihm auch Frau Wärning mittelſt der alten Methode Gehör verſchaffte, ſo war ſie dennoch leider genöthigt, ſelbſt zu erkennen, daß es ſchlecht ginge, da es nicht ſelten geſchah, daß ſie bei der Zurückkunft nach einer kurzen Abweſenheit den Lehrer mit ſeinen Schülern draußen in den Bergen in vollem Spiele antraf. Reuig kam da Paul zurück und übernahm die ganze Schuld. Aber Frau Wärning ſchüttelte den Kopf, ſah kummer⸗ voll aus und ging hinein.
Dieſes griff weit tiefer in Paul's jugendlich leb⸗ haftes und offenes Gemüth, als alle Strafen vermocht haben würden. Und mit ahnendem Kummer fragte er oft ſich ſelbſt und auch ſeine Mutter, woher es käme,


