Teil eines Werkes 
Band 8, 3. Theil, 13.-18. Bändchen (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

463

Juſtus, mein Bruder! ſieh mich nicht an mit dieſen grimmigen Augen! Du, der mich lehrte, Gott zu lieben, laß jetzt mich....

Gott wiederum Gott!... So geh denn und ſuche ihn, wo er iſt... hier iſt er nicht!

Und mit der ganzen Kraft ſeiner wilden Stärke erhob er das junge Weib hoch auf ſeine Arme und ſchleuderte ſie ſo ſchnell, wie der Blitz durch die Luft fährt, weit hinaus in das tiefe Grab.

Als ſich unten die Wogen über ſeinen guten Engel ſchloßen, da erloſch das letzte Leichenlicht an der Feſte des Himmels alles war Nacht; nur ein einziger weißer Punkt ſchwebte über das jetzt wieder ſtille Gewäſſer.... es war Evelyns weißer Schleier.

Durch die todte Nacht aber erſcholl ein lauter, durch⸗ dringender Schrei, ein Schrei, ſo ſchneidend, ſo wild, ſo ohne allen menſchlichen Tonklang, daß ſelbſt Grave, wenn dieſer Schrei ſeine Ohren erreicht hätte, gezittert und das Signal zu den Donnern des Gerichts zu hoͤren vermeint haben würde.

Unſere Erzählung iſt beendigt. Sie hat ſich in vielen Richtungen durch die verwickelten Wege des Fanatismus und der geſpenſterſchwarzen Leſerei geſchlängelt, um in ihrem Fortgange hie und da, wo die Wege ſich kreuzen, ein Merkzeichen zu errichten... Doch ſie ſtehen dort und winken vergebens... Wann wird wohl endlich der Tag anbrechen, an welchem das abſcheuliche Geſpenſt, das ſo lange umgegangen iſt, in ſeine Gruft hinabſinkt?

Grave zeigte dem Volke die Macht ſeiner Prophe⸗ zeiung;z irgend ein großes Unglück war ja dieſem ſündigen Härad vorhergeſagt worden; doch die Macht des Gebetes hatte die Gerechten gerettet, und das Unglück wählte zu ſeinen Opfern nur eine einzige Familie; dieſe war aber