Teil eines Werkes 
Band 8, 3. Theil, 13.-18. Bändchen (1848)
Entstehung
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haben, wenn ſie erſt das Selbſtbewußtſein hätte, daß ſie

durch eine ſorgfältige und fromme Erfüllung ihrer Pflich⸗ ten das Verdienſt erworben hätte, ihr Herz in den ſüßeſten Freudenrauſch von allen, in den Gedanken an den gelieb⸗ ten Lehrer, zu verſenken.

Nachdem ſie ſich einige Stunden mit dem Anordnen eines Gewebes beſchäftigt und dadurch ihre Gedanken etwas zerſtreut hatte, war die Stunde des Frühſtückes da.

Müde und warm, doch froh und freundlich, mit dem Strohhute und dem Schnupftuche in der einen und einem großen Strauß von wilden Veilchen und andern Wald⸗ blumen in der andern Hand, trat Leonard ein, warf erſt einen treuherzigen Blick auf ſeine Frau, und dann einen andern ebenfalls nicht unzufriedenen auf den angenehm einladenden Frühſtückstiſch mit den gebrühten Kartoffeln, dem gebratenen Schinken und der dicken Milch.

Ach, woher haſt Du alle dieſe ſchönen Blumen? Conſtance ſtreckte ihre Hand darnach aus; denn ſie wußte, daß die Blumen für ſie beſtimmt waren, und ſah dabei ſo ungewoͤhnlich freundlich und gut aus, daß Leonard die Hand küßte, ehe er ſeine Blumen in dieſelbe legte.

Magſt Du die Dingerchen leiden, ſo ſollſt Du auch

jeden Tag welche haben, ſo lange ſie reichen; und wenn die Zeit der Maiblumen kommt, ſo will ich in den Ber⸗ gen und Klüften umherklettern, daß es eine Luſt ſein ſoll, denn Maiblumen ſind doch die hübſcheſten von allen Blumen oder wie, mein Engel? Meineſt Du das nicht auch?

Ja, ich habe ſie ſehr gern und will gerne ſuchen helfen! Ach, wie herrlich wird dieſe Gegend werden, wenn der Sommer kommt!

Und wenn noch ſonſt jemand anders kommt! blin⸗ zelte Leonard bedeutungsvoll, und ſteckte eine große Kar⸗ toffel in den Mund.

Sonſt jemand wer ſollte hieher kommen 2

Conflance's Stimme war unſicher, als würde der Ton

durch einen Luftzug hin und hergeführt.

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