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ehe der Bräutigam dieſes Wahrzeichen entgegennimmt,
dcken um es der Braut an den Finger zu ſtecken*).— zatte:„Jeſus! welchen Blick ſie wechſelten!“ würde die Muth Majorin ausgerufen haben, wenn ſie gewagt hätte, zu Mut⸗ reden— und es war in der That ein wunderbarer, ein und unbegreiflicher, ein fürchterlicher Blick, der einzige,
ſolche den die Braut und der Geiſtliche während der ganzen ¹ frat feierlichen Handlung wechſelten. Es war gerade in dem Augenblicke, da die Braut flüſterte:„Ich Conſtance
Abbild war... Ach, warum mußte in demſelben Au⸗ genblicke auch ſein Blick auf ſie fallen? Ein ſchreckenvolles Zittern durchſchauerte Beide; ſie
e be⸗ Waller nehme jetzt Dich Leonard von Carleborg zu ürdi⸗ meinem Ehegatten“ u. ſ. w. Sie hatte nicht eher zu zauch. ddieſem Blicke Muth gehabt; nun aber mit dem Ringe weiß. zwiſchen ihren und des Bräutigams Fingern glaubte ſie iſter ihn zu haben; ſie fühlte, daß ſie Kraft und Stärke von 13 wir demjenigen holen mußte, der in ihren Augen Gottes
4*) Nach ſchwediſchen Gebräuchen werden bei der Verlo⸗ t,„er bung die Ringe gewechſelt; bei der Trauung aber iſt
nk!“ der Bräutigam mit, einem andern Ringe verſehen, nun welchen nach dem vorgeſchriebenen Ritual beide Ver⸗ lobte anfaſſen, und folgende Worte dem Geiſtlichen . nachſprechen:„Ich N. N. nehme jetzt Dich N. N. nupf⸗ 2u meiner Ehegattin, Dich zu lieben in Noth und Ä denn Luſt, und als ein Wahrzeichen gebe ich Dir dieſen noch Ring.“—„Ich N. N. nehme jetzt Dich N. N. zu A Trau⸗ meinem Ehegatten, Dich zu lieben in Noth und Luſt, 6 und als ein Wahrzeichen empfange ich dieſen Ring!“ Hierauf ſteckt der Bräutigam der Braut den Ring an , ſo den vierten Finger der linken Hand, an welchem zu⸗ leiſe, vor ſchon der Verlobungsring ſitzt, während der Geiſt⸗ wa⸗ liche betet:„Im Namen des Vaters, des Sohnes ſticken und des heiligen Geiſtes! Amen!“— Ehefrauen tra⸗ nders gen daher immer zwei glatte Ringe an dieſem Finger, in ſei⸗ zu denen wohl noch ſpäterhin für die erſten Kinder fiegt einige hinzukommen. 85 Anm. d. Ueb.


