441 ace⸗„Juſtus! Juſtus!..“ HDoch Die unzufriedenen Blicke der Majorin und der nich Frau K-— erklärten, daß ſie weiter nichts hören konnten. Fünf Minuten ſpäter trat wiederum mit edler Haltung dieſe Mutter ein, welche von dem krankhaften Ausſehen ihres Sohnes ſo erſchüttert worden war. Ach, ſie ahnte es doch noch nicht, daß dieſe unerhörte Ver⸗ änderung nicht die Folge einer körperlichen Krankheit, ſondern des Kampfes der Seele war; ſie ahnte nicht, konnte glücklicher Weiſe nicht ahnen, daß er noch vor zwei Stunden auf der letzten Station dieſen wilden Kämpfen beinahe hätte unterliegen müſſen. Die eine Kraft mahnte ihn vorwärts, die andere zog ihn zurück; und was alle dort vor ihm ſtand, das war nicht ſein, dem Leonard ge⸗ gegebenes Verſprechen; nicht das Zuſammentreffen mit der Mutter, ſondern was ihm winkte, das war„Judith's“ Zei⸗ bezauberndes Bild, von der Brautkrone umſchloſſen und her! von den Furien der Eiferſucht mit allen die Sinne ver⸗ eſem wirrenden und blendenden Reizen ausgeſchmückt. am In einem Zuſtande von halbem Wahnſinn hatte er Du ſich zuletzt in den Schlitten geworfen, und war nur wenige Minuten, nachdem Frau Carleborg ihre Woh⸗ Ge⸗ nung verlaſſen, in die Stadt gekommen. der⸗ Welche mächtigen Anſtrengungen nachher erforder⸗ hür, lich geweſen waren, um Gleichgewicht in die Seele und eſatz äußere Ruhe auf ſein Geſicht zu bringen— ſolches zu auf⸗ ſchildern, wollen wir nicht einmal verſuchen. Der An⸗ her⸗ blick der Mutter milderte den herzzerreißenden Eindruck, welchen Leonard geweckt hatte. An der Bruſt dieſer er⸗ Mutter, ſeine Arme um ſie geſchlungen, fühlte er einige und Hauche von Ergebenheit und Entſagung durch ſeine ierz, Bruſt wehen; es wurde ihm beſſer, als ihre Lippen auf noch ſeiner Stirn ruhten und ihre Segnungen ihn über⸗ ſtrömten. viel Doch die Form behauptete ihr Recht, die Zeit eilte, erſt die Hochzeitgäſte warteten, das Brautpaar wartete.
Frau Hedwig ging wieder hinein.


