Teil eines Werkes 
Band 7, 2. Theil, 7.-12. Bändchen (1848)
Entstehung
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er die Nachricht, daß ſeine Braut mit ihm zu ſprechen wünſchte, und er eilte augenblicklich wie ein Pfeil über die Straße, obgleich er in ſeinem Innern dachte, daß es ein ſonderbarer Zeitpunkt zu einer Unterredung wäre; doch ſie wollte ihn gewiß fragen, ob er noch nichts von Juſtus gehört hätte.

In dem äußern Zimmer die Hochzeit ſollte im Hauſe nebenan in einem gemietheten Locale gefeiert werden ging Frau Waller ſchon gekleidet umher und hatte mit ihrem ewigen Aufräumen zu thun.

Conſtance iſt im andern Zimmer, ſie will mit Dir reden, aber ſie hat den Schlüſſel ausgezogen wir wollen anklopfen!... Oeffne, mein Kind: Dein Bräutigam iſt hier!

Im nächſten Augenblicke ging die Thür auf und Leonard trat in ein Zimmer, worin gar nichts auf eine Brauttoilette, ja auf irgend eine Art von Toilette hin⸗ deutete, ſo fern man nicht etwas dergleichen unter einer großen Serviette ahnen wollte, die über das Bett ge⸗ breitet war.

Und dennoch waren bis zur Trauung nur noch anderthalb Stunden übrig!

Wenn Conſtance ſchon am Morgen, da ſie ihren Bräutigam zuletzt geſehen hatte, ſehr ernſt und kalt ausſah, ſo war dieſes Ausſehen nun ſo feſt gefroren, daß ihre Perſon, ihr Geſicht, ihre Stellung und ihr ganzes Weſen das treueſte daguerrotypiſche Gemälde einer ſtrengen Puritanerin darſtellte, welche noch nie das Fenſter der Welt im Geringſten geöffnet und noch nie einem Hauch von dem frohen Sonnenſcheine dort draußen erlaubt hatte, zu ihr einzudringen und ihre Wangen zu liebkoſen.

Ich habe mir gedacht, mein lieber Leonard, be⸗ gann ſie in einem Tone, der glücklicherweiſe etwas mehr Wärme beſaß als ihr Aeußeres,daß wir die halbe Stunde, welche uns noch übrig iſt, ehe die weltlichen Angelegenheiten uns in ihre Macht bekommen, nicht

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