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niederzufallen und anzubeten. Er blieb einige Augenblicke unbeweglich ſtehen.
Dieſes Sagenzimmer, alt, dunkel, alles andern Schmu⸗ ckes als antiker Zierrathen, die mit den Wänden deſſelben verwachſen zu ſein ſchienen, entbehrend, glich mit ſeiner offenen Thür in das achteckige Cabinet, wo die halbzer⸗ brochenen Bilder gleich Geſpenſtern in ihren tiefen Niſchen ſtanden, einem verfallenen Tempel. Die große, von Säu⸗ len getragene und auf einer Erhöhung, zu welcher drei Stufen hinaufführten, ruhende Bettſtelle, ſchien eher ein Sarkophag zu ſein, als die Ruheſtätte eines lebendigen Weſens. Unten neben derſelben ſaß Evelyn, den Kopf an die dunklen Bettgardinen ſtützend: und wenn auch kein magiſch röthendes Licht ſeinen Schimmer über ihr marmor⸗ weißes Antlitz und ihr ſchneeweißes Kleid goß, ſo ver⸗ wandelten ſich doch ihre Lilien in Roſen, als ſie die Schritte des Mannes vernahm, den ſie anbetete. Und als er eintrat, als ſeine Blicke ſich an ihrer Geſtalt feſtſogen, als ſie zum erſten Male fühlte, daß ſie ihm theuer war — denn die Gluth ſeiner Blicke theilte ſich jeder von ihren Fibern mit— da waren auf der matten Wange keine Roſen mehr: da ſprangen Flammen empor aus dem Schnee und warfen Funken über die Züge der zitternden Jungfrau.
Noch hatte Evelyn es nicht gewagt, ihre Augen recht zu erheben; aber ſie mußte ihre Blödigkeit überwinden, um ihres Glückes zu genießen, ihn zu ſehen, deſſen Anblick ſie ſo lange hatte entbehren müſſen. Sie ſah auf, und dieſer Blick, welcher ihr ganzes Herz entſchleierte, traf Juſtus wie ein Blitz vom Himmel, wie ein Blitz von Gott. In der nächſten Secunde lag er auf den Knien an Evelyn's Seite, ihre Hände feſt in die ſeinigen ge⸗ ſchloſſen, und ihr Haupt an ſeiner Bruſt ruhend.
Arme, arme Evelyn!
Secunden und Minuten vergingen... was wußte Evelyn davon— ſeine Lippen hatten an den ihrigen ge⸗ brannt! Jetzt aber erhob ſich Juſtus noch bleicher denn
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