Teil eines Werkes 
Band 5, 1. Theil, 1.-6. Bändchen (1848) Eine Nacht am Bullarsee. Band 5, 1. Theil, 1.-6. Bändchen
Entstehung
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kommen. Und was den Conſul betrifft, ſo half er ſich zwar ſehr gut vorwärts, ſo lange er die Sache von der einfachen Seite betrachten durfte; kam es aber darauf an, eine Scene in einem großen Style zu ſpielen, da war er ver⸗ wirrt, und ſaß ſo wie jetzt ganz verwirrt da und ſchraubte ſich hin und her. Juſtus aber wartete auf keine Anrede: er begann ſelbſt mit aller Sicherheit, die ihm ſein kühnes Vertrauen auf die eigene Kraft einfloͤßte:

Ich bin gekommen, um Ihnen, Herr Conſul, und Ihnen, Frau Conſulin, meine tiefe und lebhafte Dankbar⸗ keit für Ihr edles Vertrauen abzuſtatten; ich bin gekom⸗ men, um Ihnen zu ſagen, daß ich das Glück, welches Sie mir gelobt haben, für ſo groß erachte, daß ich es nicht bezahlen koͤnnte mit der ſohnlichen Liebe und Ehr⸗ furcht eines ganzen Lebens. Wenn ich aber dieſes Glück ſo hoch ſchätze, ſo iſt es auch leicht zu begreifen, daß nur Hinderniſſe von der allerumfaſſendſten Groͤße mich würden abhalten konnen, daſſelbe zu ergreifen und für ewig feſt⸗ zuhalten. Es iſt nur Gott, der die Herzen der Menſchen prüft und richtet: er ſieht das meinige in dieſer Stunde, er ſieht, ob es vor Dankbarkeit brennt, wenn es zugleich vor Schmerz blutet, undankbar zu erſcheinen!... Als Jüngling habe ich meine Kraft ſchlecht angewendet: ich habe von dem einen Ziele zum andern geſchwärmt und immer geglaubt, das wahre gefunden zu haben, bis mir meine Reue genugſam gezeigt hatte, daß ich mich wieder⸗ um eines Irrthums ſchuldig gemacht hatte. Endlich er⸗ leuchtete mich Gott auf dem Lager der Plagen über den Beruf, den er für mich erſehen hatte ich umfaßte ihn mit brennendem Eifer, aber ich wollte prüfen, ob ich ſtark wäre, und ich beſchloß der Ueberlegung eine längere Zeit zu widmen. Auf dieſe Weiſe kam ich hieher.... und nun urtheilen Sie ſelbſt, ob ich feſt bin in meinem Vorhaben, ſtark in meinem Willen, wenn ich, obgleich mich alles ermahnt, auf ewig hier zu bleiben, ich es dennoch nicht zu thun vermag ohne Reue und ohne Furcht, ob ich