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neben Juſtus ſtand, deſſen geſchmeidiger Wuchs in jedem Augenblicke die anmuthigſten Abwechſelungen zeigte, und deſſen Antlitz in ſeiner erſten, lebhaften und glänzenden Schönheit, da das Kind noch mit dem Jünglinge um die Herrſchaft ſtritt, eine Illuſion der Schöpfungen eines Ti⸗ tian darſtellte.
Zwiſchen dieſen beiden Jünglingen, ihren geliebten Soͤhnen— denn ſie hegte auch gegen Leonard die wärmſte Mutterliebe— ſaß nun Frau Hedwig und theilte ihre Blicke, ihr Lächeln, ihre aufmunternden Worte zwiſchen Beiden, wahrend jeder von ihnen mit dem beſten Geſchmack ſeinen Kaffee und Monika's Stolz, die ſchoͤnen Brezeln, verzehrte.
„Wenn wir nun wieder ſo beiſammen ſitzen, meine geliebten Söhne, ſo haſt Du, Leonard, Dich gewiß für irgend etwas beſtimmt. Dein Vormund hat mir geſagt, daß dieſer Termin der letzte Deines Beſuches auf dem Gymnaſium iſt*).
„Ja, nun meine ich wirklich auch, daß ich genug ge⸗ lernt haben kann, um auf einem Gute nach den Leuten zu ſehen und die Rechnungen zu führen.“
„Du bleibſt alſo dabei, eine ſolche Condition zu neh⸗ men— Du willſt alſo nicht ſtudiren und Deinen Bruder nach Upſala begleiten?“
„Wozu ſollte ich mich mit dem Studiren quälen und das Wenige, das ich habe, durchbringen, um vielleicht her⸗ nach nichts zu haben? Da weiß ich etwas Beſſeres. Habe
*) In Schweden theilt man ſowohl auf den Univerſitäten als auch auf den Gymnaſien das Jahr, welches nicht wie in Deutſchland mit Oſtern, ſondern mit Neujahr beginnt, in zwei Termine ein. Bei den Gymnaſien ⸗ wird von den Abiturienten kein Examen gefordert, ſondern dieſes muß man bei der Univerſität ablegen, weßhalb auch ſehr viele Studenten gar kein Gymna⸗ ſium beſucht haben. A. d. Ueb.
Eine Nacht am Bullarſee. I. 2


