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ſͤſſſ —
.. doch Du— handelteſt Du recht, als Du mir
Dein Jawort, Deine Gelübde gabſt, obgleich Du ganz
andere Gedanken, ganz andere Hoffnungen hegteſt?...
Warum willſt Du meinen Namen tragen, warum Dich
einem Manne, den Du kaum ertragen kannſt, als Gattin hingeben, da Du ſchon vorher im Stande biſt, mit die⸗ ſer eiſigen Gleichgültigkeit, dieſer ſchrecklichen Kälte unſre Zukunft abzuwägen und zu berechnen?
„Deine Leidenſchaft verwirrt Dich, Ludwig!“ ent⸗ gegnete Lavinia, und einige leichte Falten verdunkelten ihret reine Stirn.„Auf Deine erſte Frage habe ich ſchon geantwortet, als ich erklärte, daß ich mich ſelbſt getäuſcht
hatte: doch die Entdeckung kam zu ſpät, um nützlich zu werden. Was dagegen,“ fuhr ſie tief erröthend fort, „die zweite Frage betrifft, ſo ſollten Dir Deine Augen
darauf ſchon die ſicherſte Antwort gegeben haben. Als Du in dieſes Zimmer trateſt, ſo vermochte ich mich kaum
aufrecht zu erhalten; und wenn ich es jetzt kann, ſo kan ich es nur darum, weil ich nichts weiter zu befürch habe.“ 1
Nachdem Lavinia dieſe Worte geäußert hatte, blish es einige Augenblicke vollkommen ſtill in der Brautkammer,
Vor dem von Neuem belebten Bilde ſtand der Bräutigam mit gerunzelten Augenbraunen und hart zu⸗
ſammengepreßten Lippen.
„Nein, Du haſt nichts zu befürchten!“ ſagte er mitt 3 eiskaltem Tone, verbeugte ſich und wollte das Zimmer
verlaſſen.
In dieſem Augenblick gewann das ſtarke Weib einen ſchweren Sieg uber ſich ſelbſt. Der Stolz rief laut:
„laß ihn gehen; zeige ihm Deine Gleichgültigkeit!“ doch das Nachdenken ertheilte einen andern Rath.
„Gieb nns nicht Preis!“ bat ſie mit Unruhe.„Wir werden der Gegenſtand von tauſend umherfliegenden Anek⸗ doten! So lange Du dieſe Thüre nicht öffneſt, ſo langett bleiht das hier Vorgefallene innerhalb dieſer vier Waͤnden.
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