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Ein Jahr : Novelle ; fünf Bändchen / von Emilie Carlén. Aus dem Schwed. von C. F. Frisch
Entstehung
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tigams entdecken konnte, ſo verriethen gleichwohl die Blicke, welche er bisweilen auf die verſchloſſene Thür eines inne⸗ ren Zimmers richtete, ein belebtes und erregtes Gefühl, ein Gefühl, das willig und bereit war, einen angenehmen Eindruck entgegen zu nehmen.

Du ſiehſt, Ludwig, ſcherzte Rudolf, indem er ſeine ſchöne Bürde auf einen Stuhl ſetzte,wie man unartige Kinder behandelt, wenn ſie nicht gutwillig folgen wollen.

Meine Ueberſchuhe! rief Julia und ſtreckte ihre kleinen Füßchen hin.

Hätteſt Du ſie nicht mitnehmen können, Du kleine Unordentliche? Und wieder ſprang der verliebte Mann die Treppe hinauf.

Iſt nicht Nudolf ſehr liebenswürdig und aufmerk⸗ ſam? fragte Julia und warf einen triumphirenden Blick auf den Rittmeiſter.

Ja, ſehr! antwortete dieſer, ſah aber dabei un⸗ ausſtehlich gleichgültig aus.

Der Menſch tödtete mich beſtimmt, wenn ich ſo ungluͤcklich wäre, ſeine Frau zu ſein! dachte Julia und erhob ſich, um an Lavinia's Thür zu klopfen. Doch in demfelben Augenblicke wurde dieſelbe von Innen geöffnet, und man konnte ſagen, daß ſich eine Statue von Alabaſter, umſchloſſen von einer ſchwarzen Draperie, auf der Schwelle zeigte. 'immel, wie bleich Du biſt, Lavinia! rief Julia mit wirklicher Unruhe aus.

Lavinia warf ihrer Schwägerin einen lächelnden Blick zu, und trat darauf dem Braͤutigam e Schritte näher. Bei ihrem erſten Anblicke blitze in ſeinem Auge; doch bald hüllte ſich der Blitz in einen Schleier ſchmerz⸗ hafter Beſtürzung ein. 3.

Ihre tiefe Verneigung war für eine Braut eine ziemlich ſonderbare und ſteiſe Art zu grüßen; und wenn auch die Verbeugung des Rittmeiſters nicht weniger förm⸗

lich war, ſo hatte doch ſein Ton eine bei ihm ungewöhn⸗

eine über ſonn