Erſtes Kapitel.
„Die Uhr ſchlug ja ſchon vor zehn Minuten eins! zer kann ein ſolches Zaudern an einem ſol chen Tage erklären?“ „Ich... Julia, mein Engel!“ antwortete der Pro⸗ tokolls ⸗Seeretair von B—, indem er ſich lächelnd ſeiner jungen, ſchönen Gattin ncherte, welche am Fenſter ſaß und ungeduldig auf die Straße hinab blickte.
„Wirklich? ſo laß eimmal! hören!“
„Als unſer Ri ittmeiſter Wittwer wi urde, ſo war er,
wie Du weißt, ein Jahr verheiräthet geweſen, das heißt genau elf Monate länger, als nothwendig iſt, um gründ⸗ lich beunen zu lernen, daß die Damen nie zu dem be⸗ ſtimmten Glockenſchlage fertig werden. Er kaunte daher auf wenigſtens zwanz zig Reſervmin iten rechnen“
8 das wagſt Du mir zu ſagen, mir, die nun ſchon eine ganze Vertelſund fertig geweſen iſt? O, Hher„ich will beſtimmt ein gutes Gedächtniß haben, wir d as nächſte Mal aus wollen!“ Das reizende Weib begleitete ihre Worte mit einer higen, aber höchſt ungnädigen Miene, in welcher Feichtuhl ein nicht parteiiſcher Beohachter vielleicht Wenigſtens eben ſo viele gefallſüchtige Unart, als ſchone Kindkerzteit entdeckt haben würde.
anberin! nach fünf Monaten thälſt H Du mich noch iinmer in gleicher Bezauberung!“ Der entzutkte Manet woßtts die Zatverin in ſeine Arme ſchließen. 8


