Teil eines Werkes 
11.-15. Bändchen (1846)
Entstehung
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An dem Sonntage, an welchem der heilige Bund zwiſchen Georg Letsler und Fanny Holmér zum dritten Male in der Kapelle zu Grafwerna abgekündigt wurde, feierte man in der ſtillen Kammer des Einſiedlers ein Feſt, deſſen Zeuge die Johannis⸗Klippe zum erſten und letzten Male ſein ſollte.

Bernhard Letsler, der auf ſeinem Sterbebette lag, hatte in die Hände eines würdigen Seelſorgers die letzte Beichte niedergelegt, und auf ſeinem verklärten Antlitze ſtrahlte jetzt der Widerſchein des ſeligen Entzückens, wo⸗ mit er das Inſiegel ſeiner Sündenvergebung empfangen hatte. Ein namenloſer Friede war jetzt über ſein ganzes Weſen ausgebreitet.

Das Ende des feierlichen Actes hatte vier Zeugen gehabt. Vor dem Bette ſtanden zwei Perſonen, an deren Zügen man dieſe brennende, im Himmel erzeugte Hoff⸗ nung las, welche das Höchſte, das Bedeutungsvollſte im Leben, die Liebe und den Tod, in ſich verſchmelzt. Der grüne Kranz auf Fanny's goldenen Locken und die Begei⸗ ſterung in Georg's Blicken kündigten an, daß noch ein Act von tiefer Bedeutung übrig war.

Weiter im Hintergrunde ſtand Niſſe in ſeinen Feier⸗ kleidern mit dem Hute vor den thränenvollen Augen, und nicht weit von ihm Carolus, auf deſſen männlichem, ern⸗ ſtem Geſichte eine ſtarke und heftige Rührung zitterte.

Jetzt gab Letsler ein Zeichen mit der matten Hand.

Der Geiſtliche erhob ſich. Und vor dem mit Blumen geſchmückten, von den erröthenden Flammen der Sonne begoſſenen Schemel ſtammelten Georg und Fanny die Ge⸗ lübde, welche ihnen den Eingang in das Eden des Le⸗ bens während einer Che oöͤffneten, in welcher die beſten Blumen der Erde, die Liebe und der Friede, nie verblühten.

Als die Nacht und der Mond über die Feſte heran⸗ gezogen kamen, lag Georg mit ſeiner Braut auf den Knien vor dem Bette des geliebten Vaters.

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