Teil eines Werkes 
11.-15. Bändchen (1846)
Entstehung
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eingeknüpft, das gleichwohl weiter nichts enthielt, als einen kleinen unverſiegelten Brief mit der Aufſchrift an: Herrn G. H. W.

Lange wog Georg den leichten Brief in ſeiner Hand .. Da Fanny denſelben bei ſich gehabt hatte, und zwar offen, ſo war es gewiß ihre Abſicht geweſen, ihn bei dem Abſchiede dem Manne zu übergeben, der vor Stormbom's kleinem Hauſe ihrer wartete.

Georg hielt es daher für ſeine erſte Pflicht, ihr un⸗ verzüglich das Verlorene wieder zuzuſtellen; denn ohne Zweifel würde ſie, wenn ſie an den Ort zurückkehrte und ihren Brief nicht fände, darüber in der groͤßten Unruhe ſchweben.

„Mich,“ murmelte er— ſo dachte und fühlte er auch—„mich kann es doch auf keinen Fall angehen... Das Schnupftuch aber will ich gleichwohl als ein Anden⸗ ken an dieſe geliebte Jugendfreundin behalten.“

Jetzt nahm er Papier, Feder und Dinte; er wollte den Brief couvertiren und mit einigen Zeilen zurückſenden. Er hatte ſich entſonnen, daß ſie bei einem alten Gönner und Freund ihres Vaters wohnte, deſſen Tochter ſie geſtern wahrſcheinlich begleitet hatte.

Und ohne der Verſuchung nachzugeben, die ihm zu⸗ flüſterte:„Du könnteſt wohl doch dieſen Brief leſen, der wahrſcheinlich ihr eigenes und eines Andern Schickſal entſcheidet!“ beeilte er ſich, denſelben einzuwickeln, nachdem er auf ein beigefügtes Blatt folgende Zeilen gezeichnet hatte:

„Gute, theure Fanny!

„Dein Jugendfreund— deſſen bitterem Unglück Du gewiß bisweilen einen theilnehmenden Seufzer geſchenkt haſt— beſuchte geſtern das Zimmer, in welches Du eben geblickt hatteſt. Er fand in der Garderobe ein Schnupf⸗ tuch, mit Deinem Namen gezeichnet, und in demſelben lag beigefügter kleiner Brief.