Teil eines Werkes 
11.-15. Bändchen (1846)
Entstehung
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Zwanzigſtes Kapitel.

Während der Tod und die Trauer ihre Dolche in dem armen Menſchenherzen umdrehen, ſo dreht ſich die Zeit gleichgültig um ihre Achſe....

Zweimal hatten die Winterſtürme über die ſchreck⸗ lichen Munkſcheren getobt. Bald ſtand ein neuer Som⸗ mer beyor, der zweite, der ſeine blauen Wogen über den Ort wälzte, an den Elvira gegangen war, um ihrem Gatten zu begegnen.

Elvira's ſchoͤner, feuriger Liebestraum entfloh auch da noch nicht, als ſie umarmt wurde von den kalten Wogen des Skagerak: in ihnen hatte ſie ja ihren Georg gefunden: aus ſeinen Armen nahm ſie ihren lieblichen Traum mit ſich in den Himmel, und dort konnte ſie ihn von allen dieſen unruhigen Gedanken, die ihn auf Erden umgeben hatten, befreien und vor denſelben ſchützen. Die Erde, die Liebe hätten ihr doch nie für die Dauer genug geben können.

Und dennoch war ſie geliebt worden, dennoch wurde ſie betrauert, wie wenige Frauen es je geworden ſind.

Aber ihr heſtiges, brennendes, viel verlangendes Herz gehoͤrte zu denjenigen, die tauſendmal lieber ein Jahr unermeßlichen Glückes, als dreißig eines gewöhnlichen menſchlichen Glückes erleben wollen.

Elvira wollte von einem ſolchen ſtillen Glücke nichts wiſſen: die Liebe ſollte an jedem Tage ein neuer Rauſch ſein, oder ſie war ihr keine Liebe. Welcher Rauſch kann aber wig dauern?

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