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Onkels kam Helgenäs in meine Hand, und ich liebte den alten Herrenſitz mit einer Wärme, als hätte er eine Seele gehabt, womit er mich wieder lieben könnte.
„Und hatte es nicht wirklich eine ſolche Seele in dem treuen, redlichen Ignelius, der auf dem Gute geboren und erzogen war und nebſt dem Verwalteramte von ſeinem Vater auch die Liebe deſſelben gegen die Familie und das Familiengut geerbt hatte? Ja, Ignelius war das Herz: Helgenäs und er waren Eins. Und dieſer Mann liebte mich mit einer Stärke, einer Treue, die ſich nie verläugnete.
„O mein Helgenäs, o mein alter Diener, ich moͤchte Euch hier im Leben noch einmal ſehen! Doch ich werde nur dieſe Klippe, dieſe kämpfenden Wellen ſehen, ich werde nur das Echo der Berge auf das wilde Gelächter der Brandungen antworten hören, wenn es ihnen gelungen iſt, den Armen des Sturmes ein ermattetes Opfer zu ent⸗ reißen. „Doch ſehe und hoͤre ich nicht auch ſtets um mich her andere Gegenſtände? Wer ſchwebt unaufhörlich vor meinen Augen— iſt ſie es nicht? Ja, es iſt meine Ni⸗ coline!.. Wie dieſer Name mich nagt, wie er mein Herz geißelt! Ich machte ſie nicht glücklich, nie glück⸗ lich! Sie wollte nur aus Erbarmen, aus Mitleiden— ach, ihr Herz war ja ſo reich an Mitleiden— ſo ſchei⸗ nen... Aber war denn ich ſo glücklich? Ich war es nur, ſo lange ich in ihrem Lächeln, in ihren liebevollen Blicken meine Sorgen und Gewiſſensqualen ertränkte.
„O, Nicoline, meine Gattin, jetzt ſiehſt Du mich ohne Hülle, ſiehſt was ich gethan, was ich geopfert habe, um nur Dich zu beſitzen! Du ahnteſt nichts; doch nun, da Dir alles klar iſt— wendeſt Du Dich nun vielleicht von mir hinweg? Thue das nicht! Engel koͤnnen ja verzeihen— wende Dich nicht von mir hinweg; höre, wie ich bitte, auf meinen Knien flehe ich Dich um Erbarmen!“
„Wie wild es auch jetzt um die Johannis⸗Klippe ſtürmt, ſo ſtürmt es dennoch wilder in meinem Innern!


