Teil eines Werkes 
1.-5. Bändchen (1846)
Entstehung
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ger vergangen habe, weil Sie mir meine Dummheiten verziehen haben, aber ich plage mich nicht mehr mitt ſo bittern Vorwürfen, da nun alles wieder gut iſt.

Das glaube ich wohl, ſiel die Alte lächelnd ein, Er hält allzu viel von ſich ſelbſt, als daß Er mit rechter Kraft eingreifen will! Aber weiß Er was, mein junger Herr? Ich ſage nicht, daß derjenige, welcher ein⸗ oder zwei⸗ oder dreimal gerummelt hat, ein Rummler wird; aber ich ſage: unterdrücke Er Sein unbändiges Gemüth in der Jugend und laſſe Er die Luſt nie die Oberhand be⸗ kommen! Suche Er ſich nicht ſelbſt zu entſchuldigen, wenn es gilt, eigene Fehler zu beſtrafen! Denn merken dieſe Fehler nur, daß ſie Macht über uns bekommen, ſo gewinnen ſie immer mehr und mehr Eintritt. Denke Er an meine Worte, und glaube Er, daß kleine Fehler den⸗ noch keine kleinen Feinde ſind!

Es ſei ferne von mir, das zu glauben! Aber ſein Sie vollkommen überzeugt, meine beſte Frau Stormbom, daß ich nicht die geringſte Anlage zu einem Rummler habe, nein, nicht einmal die geringſte Neigung dazu.

Um ſo leichter kann es da gehen, wenn man nicht feſt iſt, da in einer luſtigen Geſellſchaft gute Freunde er⸗ mahnen und eigenſinnig ſind und nöthigen! Man hat das beſte Zutrauen zu ſich ſelbſt, denn man meint, man hat keine Neigung zu dem oder dem Fehler, und eins zweie drei, ehe man ſich's verſieht, hat man andere Gewohnhei⸗ ten angenommen.

Noch eine gute Stunde mußte Georg es ſich gefallen laſſen, eine Beichtrede anzuhoͤren.

Aber nach dem Mittagseſſen, dem Kaffee und dem Zupfvergnügen(heute zupften natürlich beide Herren die doppelte Portion) war der Friede völlig wieder hergeſtellt; und mit leichtem, frohem Herzen denn im Ganzen ging ihm doch ſein Fehler eben nicht ſo nahe ſetzte ſch Georg hin, um zwei Briefe zu ſchreiben: einen an ſeinen Vater und den zweiten an den Commandeur⸗Capitain,

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