Teil eines Werkes 
5. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

205

Als die Mittagszeit an ſelbem Tage faſt vorüber war, durchlief die erſchreckende Kunde ganz Deſſau, Herr Leupold ſei mitten im Kreiſe ſeiner Familie bei Tafel von einem Schlaganfall betroffen worden. Und ſo war es auch. Sein Wunſch, daß der Erbfeind der Menſchheit ihm als reſpectablem Kriegsmann das Hon⸗ neur einer plötzlichen Ueberrumpelung erzeigen möge, hatte ſich buchſtäblich erfüllt. In voller Heiterkeit war er bewußtlos vom Stuhle geſunken, ſeine geiſtige Kraft war plötzlich vernichtet, nur der Körper vegetirte noch in Bewußtloſigkeit fort, bis am Morgen des neunten

April ſein Heldenherz ſtillſtand. Ein Fürſt, trotz aller ſeiner Fehler und Schwächen durch und durch deutſch, trat plötzlich vom Schauplatze des Wirkens ab, ſein Name blieb im Volksmunde bis zum heutigen Tage im 4

Andenken, wie der Marſch, der ſeinen Namen führt, heute noch die Herzen der preußiſchen Krieger im Kampfe und zum Siege begeiſtert.

In der Fürſtengruft der Schloß⸗ und Stadtkirche zu St.⸗Marien betteten ſeine Grenadiere den alten Deſſauer neben ſeine geliebte Annelieſe.

4 Im Verlaufe eines Jahrzehnts nach dem Heim⸗ gange Herrn Leupold's ſtarb die, wie wir wiſſen, nur