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Eine Pauſe trat ein. Es entging dem Grafen nicht,
daß ihn der Fürſt mit einem ganz beſondern Blicke betrachtete, der viel Aehnlichkeit mit dem Blinzeln eines von einem Baumaſt herab auf ein langſam und arglos daherkommendes Wild äugenden Luchſes hatte. In dieſem Blicke drückte ſich der Gedanke an Liſt aus. Dann wurde ein tiefes Brummen vernehmbar und dieſem Vorläufer folgte die ebenfalls in leiſem Tone geſtellte Frage:„Was hinderte den Herrn, beſagten Brief nicht gegen mich zu gebrauchen?“
„Die Pflicht der Dankbarkeit gegen Eurer Durch⸗ laucht höchſtſelige Gemahlin.“
„Hm, ſie iſt todt. Was wird der Herr nun thun?“
„Den Brief Eurer Durchlaucht zur Vernichtung übergeben.“
„Das— das wollen Sie wirklich?“ rief der alte Herr, tief Athem ſchöpfend, als fiele ihm eine ſchwere Laſt vom Herzen.
„Warum nicht?“ entgegnete Fortunatus.„Eure Durchlaucht waren mein Feind, ſind es aber jetzt nicht mehr.“
Starkes Klopfen an der äußern Thür machte den alten Fürſten aufmerkſam, daß man ihm eine wich⸗ tige Meldung zu machen habe.„Herein!“ rief er mit Donnerſtimme.


