Teil eines Werkes 
5. Bd. (1868)
Entstehung
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mir, Du würdeſt mir großes Unrecht zufügen, ant⸗ wortete Frau Doris und ſich zu Mariens Ohr nieder⸗ beugend, flüſterte ſie ihr zu:Ich gehe zum König. Jetzt kann er vergelten, was ich Schweres um ſeinet⸗ willen gelitten und erduldet habe.

Ohne eine Gegenrede abzuwarten, verließ ſie ſchnell Zimmer und Haus.

König Friedrich bewohnte das Lubomirsky'ſche Pa⸗ lais an der Kreuzkirche, ein ſtattliches, mit all dem gediegenen Comfort damaliger Zeit ausgeſtattetes fürſtliches Haus. Es war ſchwer, bis zu ihm vorzu⸗ dringen, denn die nöthigen Tagesgeſchäfte, beſonders die militäriſchen Anordnungen und der Empfang der Geſandten, welche ſämmtlich den Auftrag hatten, den Sieger zum Friedenmachen zu beſtimmen, nahmen ihn ſo ſehr in Anſpruch, daß er kaum ſo viel Zeit behielt, eine der Stunden an den kurzen Wintertagen zum Ausreiten zu gewinnen.

Die Unerſchütterlichkeit, mit welcher Frau Doris Schomer ihrem Entſchluß, bei des Königs Majeſtät eine Audienz zu erringen, treu blieb, brachte es endlich doch nach ſtundenlangem Warten dahin, daß ein gutmüthiger Lakai es unternahm, ſie dem Monarchen zu melden, der, obgleich ermüdet von den Geſchäften, doch auf die Vorſtellungen des Dieners, daß es etwas ſehr