Teil eines Werkes 
5. Bd. (1868)
Entstehung
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33 mir die Aſſiſtentenſtelle in ſeiner berühmten Bibliothek, weil der Bibliothekar, Doctor Heyne, immer kränklich ſei und eines Beiſtandes bedürfe, um bei Verfertigung des vom Premierminiſter gewünſchten Katalogs, der dem Druck übergeben werden ſolle, vorwärts zu kom⸗ men. So gewann ich eine Stellung, welche mich außer aller Berührung mit dem Perſonal des Hofes und des Premierminiſters läßt. Prinz Eugen freut ſich, daß ſeiner Empfehlung von dem Grafen auf dieſe mir überaus angenehme Weiſe entſprochen worden. Nur vier Stunden des Tags bin ich verpflichtet, den Biblio⸗ thekarbeiten meine Zeit zu widmen, dann bin ich frei und eile in meine Wohnung, fern dem großen Hof⸗ trubel. Iſt das nicht ein Glück, als ob die Hand einer gütigen Fee es ganz beſonders für uns geſchaffen? Welch ſelige Tage und Abende verleben wir! Vor uns die prächtigen waldbeſtandenen Höhen, das liebliche Bild der fruchtbaren, ſanft ſich zu ihnen empor⸗ hebenden Ebene mit den vielen kleinen Menſchenwoh⸗ nungen, und dieſe Ausſicht vom Sonnenglanz überfloſſen oder vom Vollmondlicht— o mein Freund, wir ſind glücklich. Und in dieſem Bewußtſein, in dieſer Empfin⸗ dung denken wir zurück an alle die Theuern, denen wir dies Glück danken. Es iſt freilich ein ſehr beſchei⸗ denes, das wir in treuen Herzen mitgebracht, aber das

Franz Carion, Ein deutſcher Fürſt. V. 3