Teil eines Werkes 
5. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

32

ihm der Reihe nach Alles mittheilen, was uns anlangt. Er hat das unbeſtreitbarſte Recht darauf.“

Vom Prinzen Eugen wurde ich der ſächſiſchen All⸗ macht, ich meine damit, dem Premierminiſter Reichs⸗ grafen Brühl aufs wärmſte empfohlen und vorgeſtellt. Ich habe nie einen indiſchen Nabob geſehen oder einen Sultan des Morgenlandes, in ihm aber fand ich einen. Welche Pracht um dieſen Einzigen! Sie iſt unglaublich, ja unerhört. Sein Kurfürſt⸗König iſt nichts gegen ihn, ein Nichts, nicht einmal ein Schatten. Brühl iſt der Herr des Landes, die Seele der ſächſiſchen Regierung, deſſen Klugheit Alles an ſich geriſſen, ſeine Nebenbuhler ſämmtlich beſeitigt und deſſen Hauptealcül darauf hinaus⸗ läuft, immer derjenige zu ſein, der ſich aus den Landesein⸗ nahmen, ohne zu fragen, den größten Lohn nimmt. Ich bin zu neu hier, kenne die Angelegenheiten der Regierung nicht, ich kann alſo kein bezeichnenderes Ur⸗ theil über ihn fällen. In den paar Monaten, welche ich hier bin, kann ich nur ſagen, daß ich in Erfahrung gebracht, wie eine Zahl Denkender ihn gleich der Sünde haßt, ihn als das größte Unglück des Landes ver⸗ flucht, ihn mit dem ärgſten Straßenräuber in eine Kategorie ſtellt.

Gegen mich war er die Liebenswürdigkeit ſelbſt. Da keine andere Stellung offen war, ſo übertrug er

— —

—,·ͤ——,.,——— Xúᷓ