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lebhaften Reſidenz verbinde, in einen Gaſthof am Falkenſchlage, zum Stern genannt.
„Sind Sie ſchon ermüdet, Hofmedicus?“ fragte der Graf erſtaunt.
„Nein, aber ich hoffe Jemand hier zu finden, der Ihnen ſehr angenehm ſein wird.“
Ein paar abſeits mit der Wirthin gewechſelte Worte ſetzten den Doctor in Kenntniß, daß die erwartete Per⸗ ſon in einem Stübchen im erſten Stock zu treffen ſei. Auf ſeine Einladung begleiteten Fortunatus und ſeine Gemahlin ihn in die von der Wirthin ihm genau be⸗ zeichnete Wohnung.
Welche Ueberraſchung!
Frau Doris Schomer trat ihnen entgegen.
„Meine liebe, theure Freundin!“ rief Marie.„Welche Freude bereitet mir dies Wiederſehen! Wie glücklich macht es mich!“
„Und ſie bleibt bei Ihnen“, ſprach der Doctor. „Eine beſſere Stütze finden Sie nicht wieder. In dem von Ihnen zu beginnenden neuen Lebensverhältniſſe be⸗ dürfen Sie einer treuen, berathenden Freundin. Und nun kommen Sie mit mir, meine Lieben. Ein Brief von mir hat den braven Mann, bei dem ich während meines frühern Aufenthalts hier eine höchſt angenehme Wohnung gehabt habe, aufgefordert, dieſelbe für den Fall,


