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widmen zu wollen, und dieſer eröffnete ihm, daß er nichts ſehnlicher verlange, als hier unter fremdem Na⸗ men ſo lange leben zu können, bis eine Veraͤnderung in ſeinen Familienverhältniſſen eingetreten ſein würde. Wann dies geſchehen werde, wäre freilich nicht ab⸗ zuſehen, indeß Geduld und Vertrauen auf ſein gutes Glück, das ihn bisher ſo wunderbar begünſtigt habe, beſitze er ausreichend. Er wünſche ſich mit der Feder zu beſchäftigen, da er, jetzt mittellos, von dem kleinen Vermögen ſeiner Gemahlin zu leben gezwungen ſei, weshalb er auch in einer ſehr beſcheidenen Häuslich⸗ keit ſich verhalten werde.
„Für Beſchäftigung laſſen Sie mich ſorgen, Herr Graf“, hatte der Prinz Eugen geantwortet.„Ich hoffe durch meine hieſigen Connaiſancen Ihnen eine ſolche beſcheidene Stellung gründen zu können, welche Sie zugleich der Sorge ums tägliche Brod über⸗ hebt.“
War dieſer Empfang ein glückverheißender, ſo folgte für Marie eine Ueberraſchung, die ihr Freudenthränen ins Auge rief. Der Hofmedicus, durch ſeinen frühern Aufenthalt in Dresden bekannt, führte ſie und den Grafen zum Zweck, ihnen eine paſſende Wohnung ſuchen zu helfen, die beider Wunſche gemäß womög⸗ lich ländliche Vorzüge mit den Annehmlichkeiten einer


