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von ihm in unaufhörlichen Waffenübungen aufs äu⸗ ßerſte geplagt, benutzten die ihnen freibleibende Zeit, ſich in unmenſchlicher Weiſe an Bürgern und Bauern dafür zu rächen, und Herr Leupold war in dieſer Be⸗ ziehung zu leutſelig, um dieſe Art Erholung ihnen zu mißgönnen.
Den hohen Frauen, welche an dergleichen Ereig⸗ niſſen natürlich keine Freude hatten, blieb unter ſolchen Umſtänden allerdings nichts übrig, als die Unterhal⸗ tung über Vergangenes. Zu dieſer gehörte bei Prinzeß Amalie in erſter Reihe die Erinnerung an ihre Freun⸗ din Marie Gräfin Almeslo.
Der Hofmedicus war nach halbmonatlicher Ab⸗ weſenheit von Dresden nach Deſſau zurückgekehrt und hatte ihnen den vollſtändigſten Bericht abgeſtattet.
Dem ſtrengen Verbot des Durchlauchtigen, daß Niemand, dem eine fürſtliche Equipage zur Verfügung geſtellt werde, auch berechtigt ſei, nach ſeinem Belieben Jemand das Mitfahren zu verſtatten, hatte die Prinzeß, wie ſchon erwähnt, zu beſeitigen gewußt, und einige Tage nach Herrn Leupold's Abreiſe nach Berlin trat auch der Hofmedicus die ſeine nach Dresden an. Daß im Hofe des fürſtlichen Schloſſes ein ſehr elegant geklei⸗ deter fremder Cavalier mit mächtiger Alongenperrücke,
den Hut unter dem Arme, den Degen an der Seite, 4 1


