Teil eines Werkes 
5. Bd. (1868)
Entstehung
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von einer Abhülfe war keine Rede, im Gegentheil nahm der zu Gewaltthaten ſo ſehr geneigte Fürſt jede Klage als aus böſem, widerhaarigem Weſen hervorgegangen auf, ſeine Härte verdoppelte ſich nur dadurch und un⸗ geſtraft ließ er ſeine ſonſt in ſtrenger Zucht gehaltenen Soldaten die ärgſten Verwüſtungen auf den adligen Gütern anrichten, ſodaß man mit Recht dieſe Truppen nicht als Landesvertheidiger, ſondern als Landespeiniger anzuſehen berechtigt war.

Sein Hauptquartier auf der Dompropſtei zu Bran⸗ denburg, wo ſeiner Verfügung gemäß der weibliche Theil ſeiner Familie reſidirte, bot ſeiner Gemahlin keine Annehmlichkeit, im Gegenſatze vielen Kummer, denn die auf die ſchnödeſte Art Bedrückten verſuchten, gerade wie in Deſſau, durch ihre Fürſprache bei ihrem Gemahl, der ſo übel in Freundesland wirthſchaftete, Abhülfe der ſie betreffenden Ungebührniſſe zu erlangen, jedoch war da jeder Verſuch vergebens. Die hohe Frau durfte nicht wagen, ihm Vorſtellungen zu machen, welche ihn zu milderer Art und Weiſe gegen die Be⸗ wohner Brandenburgs zu ſtimmen beabſichtigten.

Sie kannte ihn und wußte, daß er, zornig über der⸗ gleichen Eingriffe von ihrer Seite, nur noch mehr in ſeiner Neigung zu Härte und Gewaltthaten gegen die ſo ſchwer Belaſteten vorgehen werde. Seine Soldaten,