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„Na, halb iſt's heraus, mag die andere Hälfte auch zum Satan gehen!“ ſchrie er.„Leugne es nicht, habe mir von dem alten Bockfell, der Binſe, die Karte legen laſſen. Soll in die Hölle fahren, wohin ſie gehört! Lauter dummes Zeug vom Grünunter und Eckernkönig und weiß der Henker von was für anderm Lumpenzeug hat ſie mir vorgeſchwafelt, bis ich ihr die ganze Pa⸗ ſtete vom Tiſche geſtrichen habe.“
Frau Annelieſe beobachtete tiefes Schweigen. Herr Leupold trabte nach ſeiner Gewohnheit hin und her; das Schweigen ſeiner Gemahlin drückte ihn ſchwer, denn es war ein Vorwurf ſo einſchneidender Art für ihn, daß es ihm lieber geweſen wäre, ſie hätte ſich zürnend aus⸗ geſprochen. Für ein ſolches allzu lebhaftes Gemüth wie das ſeine war derartiges Schweigen nicht lange aus⸗ zuhalten. Raſch trat er auf ſie zu, und ihre Hand faſſend, ſagte er lachend:„Na, nicht brummen, Anne⸗ lieſe.“
„Ich habe doch nicht gebrummt.“
„Hätteſt es aber gekonnt,'s iſt eins ſchlechter als das Andere. Der Fehler iſt einmal fertig, da iſt nichts davon abzuthun. Weiß ſchon,'s war'ne Dummheit; aber wer zur Schwerenoth iſt denn immer geſcheidt! Ein Heiliger bin ich gerade nicht, das wird mir Nie⸗ mand nachſagen, und da geht's ſchon, wenn auch


