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Mit dem Menſchenherzen iſt es wie mit der Natur. Das ewig Gleiche würde deren Reize verringern, im⸗ merwährendes Blühen verlöre ſeinen hohen Werth im Auge des Menſchen, ein nie endender Sommer würde abſpannen, erſchlaffen, die Empfindungen tödten. Ge⸗ witterſchauer, ſo kurz ſie auch ſein mögen, ein wolken⸗ bedeckter Himmel, für wenige Stunden, ſein ſegnendes Naß niederträufelnd, leiht Allem neue Spannkraft, und leichtbeſchwingten Herzens hebt der Menſch das Auge auf zu dem wieder wolkenfreien Aether, zu dem unend⸗ lichen Luftraume, in dem die ungeheuren Weltenkörper kreiſen in ihren unabänderlichen Bahnen.
Wir wiſſen ſo viel und doch ſo erſchreckend wenig von dem über uns, aber es iſt um nichts anders mit dem in uns..
Wenn wir lieben, ſind wir voller Jubel und Se⸗ ligkeit, wir ſind im Blühen, im Glücke. Die Meiſten werden aber Selbſtzerſtörer dieſer innern Schönheit und rufen in ihrer Verblendung mehr Gewitterſchauer über den Blütenreichthum ihres ſeeliſchen Glückes herab, als dieſer ertragen kann.
Und das hatte Anna empfunden im weiteſten Sinne des Wortes. Es war ein Selbſtbetrug geweſen, dem ſie den Blütenreichthum ihres Herzens hingeopfert, ſie hatte die Sonne aus dem Allerheiligſten ihrer Seele
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